Haben Soldaten die Afrikanische Schweinepest nach Belgien eingeschleppt?

Auf dem Gelände einer Kaserne der belgischen Armee in der Nähe von Arlon in der Provinz Luxemburg sind drei Wildschweinkadaver gefunden worden. Zwei Kadaver davon wiesen Spuren der Afrikanischen Schweinepest (ASP) auf. Eins dieser Wildschweine war eines der ersten ASP-kranken Tiere, die Mitte September in dieser Umgebung entdeckt worden waren. Das belgische Verteidigungsministerium bestätigte eine entsprechende Meldung des frankophonen Rundfunks RTBF. Bedeutet dies, dass auch Soldaten ASP in Belgien eingeschleppt haben könnten?

Die drei toten Wildschweine wurden in der Nähe der Kaserne Lagland bei Arlon entdeckt. Eines der Tiere war am 21. September aufgefunden worden und befand sich dabei bereits in einem weitgehenden Zustand der Verwesung. Dies könnte darauf hinweisen, dass das Wildschwein zwei bis vier Wochen davor verendet ist.

Das Tier war eines der ersten an ASP erkrankten Windschweine, die in Belgien entdeckt wurden. Seit dem 14. September wurden in dieser Gegend insgesamt 44 an ASP verendete Windschweine gefunden (Siehe nebenstehenden Beitrag).

Die Entdeckung von an der Afrikanischen Schweinepest verendeten Wildschweinen auf einem militärischen Gelände eröffnet eine neue These über den Ursprung oder über die Herkunft der Seuche. 

Anfangs wurde davon ausgegangen, dass diese für Schweine tödliche aber für Menschen ungefährliche Krankheit über Lastwagenfahrer oder Arbeiter aus Osteuropa hierhergekommen sein könnte.

Doch jetzt wird auch daran gedacht, dass die Afrikanische Schweinepest auch von Soldaten nach Belgien eingeschleppt worden sein könnte. 

In Camp Lagland haben sich in der letzten Zeit Soldaten aus Polen und aus Tschechien aufgehalten. 

Dies könnte eine Möglichkeit sein. Andererseits nehmen belgische Soldaten oft an NATO-Manövern in den baltischen Staaten teil. Von dort aus sind vor einigen Wochen belgische Einheiten ins Camp Lagland zurückgekehrt. Aus dem Verteidigungsministerium verlautete auf Anfrage von VRT NWS, dass man alles daran setze, eine eventuelle Verbreitung von ASP im Land zu verhindern. Inzwischen hat die belgische Armeeführung mitgeteilt, dass es vorerst keine Manöver und militärische Übungen mehr in Camp Lagland mehr geben werde.