(c) Marcel Malherbe/ Hollandse Hoogte

Kommunalwahlen: Ein Kopf-an-Kopf-Rennen in Brügge

Brügge steht vor dem spannendsten Wahlkampf seit …2012. Auch damals war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den flämischen Sozialdemokraten (SP.A) und den flämischen Christdemokraten (CD&V). Erst zu nächtlicher Stunde hatte sich herausgestellt, dass die SP.A 163 Stimmen mehr zählte. Damals durfte der ehemalige Minister Renaat Landuyt das Steuer von dem CD&V-Politiker Patrick Moenaert übernehmen . Doch wollen die Brügger noch einmal sechs Jahre Landuyt? Er wurde wegen seines Führungsstils viel kritisiert, hat aber auch einiges realisieren können.

Das Vorzeigeprojekt des SP.A und CD&V-regierten Stadtrates in Brügge ist der größter Platz der Stadt, "nieuwe Zand". Er ist zum richtigen Zeitpunkt fertig geworden und setzt einen Schlusspunkt unter sechs Jahre Arbeit.

Unterdessen hat die Region auch die Gegend um den Bahnhof und das  Boeverie-Tor fertiggestellt. Die A11 ist angelegt und die Kreuzung N31-Bevrijdingslaan ist fertig. Die Pläne der neuen Kongresshalle nehmen Form an: Nächstes Jahr wird mit den Arbeiten auf dem Handelsplatz begonnen. Und auch auf politischer Ebene ist man beim Standort für das neue Fußballstadion des Clubs Brügge weitergekommen: Einige Unternehmer könnten das Projekt allerdings noch verlangsamen.

Verkehr ist das Wahlthema

Besonders viel Kritik gab es für den neuen Verkehrsplan: weniger und teurere überirdische Parkplätze in der Innenstadt, Erweiterung der blauen Zonen, ein neues System für diejenigen, die in der Stadt arbeiten. Die Opposition sparte nicht mit Kritik: Ihrer Auffassung nach gebe es für all die Autos zu wenig Parkhausplätze. Die Mobilität ist jedenfalls ein Hauptstreitpunkt im Wahlkampf.

Positiv wurde der Kunstparcours Triennale Brügge im Jahr 2015 aufgenommen. Es war eine Idee, die von Landuyt selbst kam. Die zweite Ausgabe dieses Sommers war ebenfalls ein Erfolg.

Negativ ist allerdings der Verlust des Starts der Runde von Flandern. Neue Veranstaltungen sollen diesen Verlust wieder wettmachen.

Die Zukunft von Zeebrügge

Im Wahlkampf geht es auch um Zeebrügge und die Zukunft dieses Badeortes. Zeebrügge soll neues Leben eingehaucht werden. Einen Plan hierfür gibt es bereits. Doch der Standort der neuen Schleuse spielt eine wichtige Rolle. Auch das Problem der Migranten und Transmigranten und die Zunahme der Zahl touristischer Läden bereiten den Bürgern Kopfzerbrechen.

Zeebrügge hat einen unruhigen Sommer hinter sich. So wurden in der Hafenstadt sehr viel mehr Transmigranten signalisiert. Und das führt zu gemischten Gefühlen bei den Einwohnern.

Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter!

Noch ist alles offen

Können die SP.A und die CD&V zusammen ausreichend Stimmen hinter sich vereinen, werden sie wohl einfach weitermachen. Doch welche Partei wird die größte? Wird Renaat Landuyt mit einem weiteren Mandat als Bürgermeister überraschen? "Wenn ich keine einzige Stimme hinzu gewinne, höre ich auf", sagte er vor kurzem. Kann sein größter Herausforderer, Dirk De fauw, CD&V, die Enttäuschung von 2012 hinter sich lassen?

Bei den flämischen Regionalisten von der N-VA hoffen sie, ihre zehn Sitze noch zu toppen und schicken Pol Van Den Driessche als Listenführer ins Rennen. Es ist schwer einzuschätzen, wie Van Den Driessche abschneiden wird. Die N-VA würde mit allen Parteien Gespräche führen wollen.

Wird es eine Überraschung aus der Ecke der liberalen Open VLD Plus geben? Listenführerin Mercedes Van Volcem hofft auf ein sehr gutes Ergebnis. Sie nahm Ann Soete mit an Bord, die die N-VA verließ. Dort durfte sie die Liste nicht mehr anführen.

Wird Groen in Brügge mit dem jungen Raf Reuse (19) ein gutes Ergbnis erzielen können?

Der rechtsradikale Vlaams Belang und die linke PVDA wollen schließlich auch mindestens einen der 47 Sitze im Stadtrat holen.