Haussuchungen und Verhaftungen in der ersten belgischen Fußball-Liga

In der belgischen Fußballwelt ist am Mittwochmorgen eine Bombe geplatzt. Am Morgen durchsuchten Polizei und Staatsanwaltschaft die Räumlichkeiten der beiden Spitzenvereine Club Brügge und RSC Anderlecht. Daneben wurden der Spielermakler Mogi Bayat und Club Brügge-Trainer Ivan Leko festgenommen. Die Rede ist von Geldwäsche und Matchfixing, wobei auch Schiedsrichten betroffen sein sollen. Auch im Ausland wurden 13 Haussuchungen in diesem Zusammenhang druchgeführt.

Hausdurchsuchungen und Verhaftungen in der ersten Liga in Belgien, die Meldung schlug wie eine Bombe ein. Die Bundesstaatsanwaltschaft durchsuchte am Mittwoch die Gebäude von Rekordmeister RSC Anderlecht, von Meister Club Brügge und von Standard Lüttich, Racing Genk, Mechelen (2. Liga), Ostende, Lokeren und Kortrijk.

Unter anderem der Spielermakler und frühere Manager des SC Charleroi, Mogi Bayat, und auch Club-Coach Ivan Leko wurden zu Verhören von der Polizei festgenommen. Verschiedene Quellen sprechen von Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Finanzbetrug aber auch von Spielemanipulationen.

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Mogi Bayat (Foto) ist wohl eine der mächtigsten Personen im belgischen Fußball. Bayat, der sowohl die französische, als auch die iranische Staatsbürgerschaft hat, regelt die Transfers von fast allen belgischen Spitzenvereinen, wie RSC Anderlecht, Club Brügge, AA Gent oder Racing Genk. Er soll nach Angaben der VRT-Sportredaktion sporza an bis zu 90 % aller Spielertransfers in der "Jupiler Liga" in Belgien beteiligt sein. 

Was genau die Bundesstaatsanwaltschaft den Verhafteten und den Vereinen vorwirft, ist noch recht unklar. Weitere Verhöre führte die Polizei auch mit dem früheren Anderlecht-Manager Herman Van Holsbeeck und mit einem weiteren Makler, Dejan Veljkovic sowie mit weiteren Trainern. Auch einige Schiedsrichter wurden zur Polizei zitiert. Und die hochangesehenen Schiedsrichter Bart Vertenten und Sébastien Delferière wurden verhaftet.   

Der Umfang der Polizei- und Justizaktion

In Belgien wurden am Mittwochmorgen insgesamt 44 Durchsuchungen von Gebäuden verschiedenster Fußballclubs durchgeführt. Doch auch im Ausland gab es entsprechende Aktionen, nämlich in Frankreich, in Luxemburg, in Zypern, in Montenegro, in Serbien und in Mazedonien. Hier wurde von 13 Fällen berichtet.

An den Aktionen in Belgien waren alleine 184 Polizisten beteiligt, wie die Staatsanwaltschaft in Brüssel bekanntgab. Neben Haussuchungen bei Erst- und Zweitligaclubs wurden auch Wohnungen und Geschäftsräume von Vereinsverantwortlichen, von Schiedsrichtern, eines ehemaligen Anwalts, eines Buchhaltungsunternehmens, von Juwelieren und auch von Sportjournalisten durchsucht. Dabei wurden im In- und Ausland umfangreiche Dokumente beschlagnahmt. 

Verhaftet:

Makler Mogi Bayat, Club Brügge-Trainer Yvan Leko, Ex-Anderlecht-Manager Herman Van Holsbeek und die Schiedsrichter Bart Vertenten und Sébastien Delferière.

„Die Spielabsprachen untergraben die Integrität des Sports“

Belgiens Justizminister Koen Geens (CD&V)

Belgiens Justizminister Koen Geens (CD&V) äußerte sich besorgt und ließ via Twitter wissen: „Spielabsprachen untergraben die Integrität des Sports. Die Justiz arbeitet an einem fairen Sport." Das gesamte Verfahren wird von der Staatsanwaltschaft Hasselt in der Provinz Limburg aus koordiniert. Es könnte sein, dass es sich bei diesen Fall um den größten Korruptionsskandal der belgischen Fußballgeschichte handelt.

Zum einen geht es dabei, bei Transfers von Spielern und Trainern verdiente Gelder an der Steuer vorbei einnehmen zu können und zum anderen um die Beeinflussung von Erstligabegegnungen in der Saison 2017-2018. Die belgische Staatsanwaltschaft gab gegenüber VRT NWS bekannt, derzeit keine Erklärungen zu dem Vorgang abgeben zu wollen. Offenbar ist hier noch mehr im Spiel, als das, was bisher bekannt ist. 

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