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Ostende, die Königin der Badestädte: Wer wird hier Bürgermeister?

Seit gefühlt Menschengedenken stehen die flämischen Sozialisten (SP.A) am Ruder in Ostende. Doch jetzt muss der langjährige Bundespolitiker Johan Vande Lanotte sein Amt als Bürgermeister verteidigen. Dazu bildete er mit einigen unabhängigen Politikern die „Stadtliste“. Seine Herausforderer kommen aus der eigenen Mehrheit…

Die größte Gefahr droht aus den Kreisen seiner eigenen Mehrheit mit Liberalen (Open VLD) und Christdemokraten (CD&V). Bei den Liberalen will Spitzenkandidat und Landesenergieminister Bart Tommelein das Amt den Bürgermeisters übernehmen. Sachthemen kommen im Wahlkampf derzeit eher weniger vor.

In einer Sache sind sich alle einig, sowohl Mehrheit, als auch Opposition. Auf Ebene von Kultur und Tourismus kann sich in Ostende niemand beklagen. Die Stadt ist in dieser Hinsicht im In- und Ausland beliebter denn je und einige entsprechende Groß- und Bauprojekte konnten mit Erfolg abgerundet werden.

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Auf Ebene des (sozialen) Wohnungsbaus ist ebenfalls einiges realisiert worden, doch die Grünen sind mit ihrem Spitzenkandidaten Wouter De Vriendt der Ansicht, dass es an der Zeit ist, in Ostende mit den Hochbauten aufzuhören.

Auf Ebene von Wirtschaft und Finanzen sieht die Lage etwas anders aus: Trotz florierender Wirtschaft und der Tatsache, dass die Mehrheit den kommunalen Schuldenberg auf unter 100 Mio. € drücken konnte, bleiben die Arbeitslosenzahlen hoch. Mehrheit und Opposition interpretieren die entsprechenden Zahlen sehr unterschiedlich.

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In einigen Fragen findet die Mehrheit seit Jahren keine Antwort, was ihnen die Opposition schon seit geraumer Zeit vorwirft. Hier geht es vor allem um die Verkehrspolitik, denn um die Mobilität und um Parkplätze ist es nach wie vor in Ostende schlecht gestellt.

Hinzu kommen leerstehende Prachtbauten (Hotel du Louvre, Thermae Palace Hotel (Foto oben)), für die es keine brauchbaren Konzepte gibt. Und die Bauwut in der Königin der Badestädte machte und macht vor historischem Kulturgut auf Ebene der Architektur selten halt. Dass manche Bauvorhaben so lange dauern, ärgert viele Bürger der Stadt, denn vor allem sie haben oftmals Nachteile dadurch. 

9 Listen stellen sich zur Wahl

In Ostende buhlen insgesamt 9 Listen um die Stimmen der Wähler. Die sozialistische „Stadtliste“ („Stadslijst“) aus SP.A und einigen Unabhängigen bzw. Parteilosen will an der Macht bleiben und muss sich so ziemlich gegen alle anderen Verteidigen. Es war bereits die Rede von Wahlvorabkommen zwischen Mehrheits- und Oppositionsparteien, z.B. die Liberalen von Herausforderer Bart Tommelein und die flämischen Nationaldemokraten der N-VA mit ihren Spitzenkandidaten Björn Anseeuw.

Zünglein an der Waage wären da die Grünen (Groen) mit Wouter De Vriendt sowie die Christdemokraten CD&V mit ihrer Spitzenkandidatin Krista Claeys, die wohl auch ganz gerne die erste Bürgermeisterin von Ostende werden würde.

Der Wahlkampf in Ostende wird mit scharfen Vorwürfen und kernigen Aussagen geführt. Da gibt es Vorwürfe gegen den amtierenden Bürgermeister Johan Vande Lanotte, er habe sich persönlich bereichert und seine Unternehmen und seinen Basketballclub bevorteilt und ähnliches mehr. Dieser schlägt mit Fakten und Zahlen zurück…

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Vande Lanotte und die Zeit danach

Noch-Bürgermeister Johan Vande Lanotte (Foto links) stellte übrigens in einer VRT-Radiosendung zu den Wahlen klar, dass er, wenn er nicht wieder Bürgermeister seiner Stadt werde, seine politische Karriere in Ostende beenden wolle. Für ein Mandat als Schöffe stehe er nicht zur Verfügung: „Wir sitzen in einer Debatte zwischen Bart Tommelein (Foto rechts) und mir selbst. Der eine gewinnt, der andere nicht.“

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