Ryanair will spätestens ab 2019 belgisches Arbeitsrecht anerkennen

Dass die irische Billigfluggesellschaft Ryanair für ihre an belgischen Standorten beschäftigten Mitarbeiter belgisches Arbeitsrecht anerkennen will, ist nichts neues. Dass die Fluggesellschaft dies allerdings früher umsetzen will, als bisher zugesagt, überraschte dann doch. Ryanair-CEO Michael O'Leary (Foto) kündigte den Schritt am Dienstag in Brüssel höchstpersönlich an. 

Dadurch soll die Anpassung der Arbeitsverträge für die Betroffenen an den belgischen Standorten (Brussels South Charleroi Airport und Brussels Airport) an hiesiges Arbeitsrecht bereits zum 1. Januar 2019 oder sogar schon früher in Kraft treten. O’Leary will sich nach eigenen Worten so schnell wie möglich mit den Gewerkschaften einigen.

 „Wir warten noch immer darauf, dass die Gewerkschaften eine Delegation zusammenstellen, um uns zu treffen.“

Ryanair-Boss Michael O’Leary

Laut O’Leary üben inzwischen sogar die Piloten und das Kabinenpersonal von Charleroi und Brüssel Druck auf die Gewerkschaften aus, endlich mit Ryanair zu sprechen. Belgiens Wirtschafts- und Arbeitsminister Kris Peeters (CD&V) rief Gewerkschaften und Ryanair erneut dazu auf, endlich diesen Sozialkonflikt zu lösen.  

Bisher gilt für die Mitarbeiter von Ryanair weitgehend irisches Arbeitsrecht, doch dies bietet den Betroffenen weniger Rechte. Dagegen hatten das fliegende Personal der irischen Fluggesellschaft in den vergangene Monaten mehrmals und in mehreren Ländern gleichzeitig gestreikt. 

Neue Flugziele aus Richtung Belgien

Michael O’Leary kündigte am Dienstag in Brüssel auch an, ab der Sommersaison 2019 sechs zusätzliche Flugverbindungen von Belgien aus anbieten zu wollen: Girona, Pisa, Amman, Marrakesch, Banja Luka und Palermo. Einige dieser Flüge stehen bereits im Winterflugplan, werden aber demnach auch im Sommer weiter angeflogen.

Doch bei Ryanair ist noch immer nicht alles Gold, was glänzt. Rund 4.000 von den Streiks betroffene Flugreisende aus Belgien klagen Entschädigungen in einer Gesamthöhe von rund 1 Mio. € vor Gerichten in Belgien und in Irland ein.  

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