Stromversorgung: EDF Luminus fährt das Gaskraftwerk von Seraing wieder hoch

Der Energieproduzent EDF Luminus kündigte am Dienstagabend an, das Gaskraftwerk von Seraing bei Lüttich (Foto) wieder ans Netz zu nehmen, um Elektrizität zu liefern. Das Unternehmen will das Kraftwerk Mitte Oktober hochfahren, um damit zu helfen, einen für den kommenden Winter drohenden Stromengpass zu vermeiden. Dieser Engpass droht, weil Engie Electrabel fast gleichzeitig sechs von sieben belgischen Kernreaktoren vom Netz nehmen muss.

Das Gaskraftwerk von Seraing am Maasufer unweit von Lüttich hat eine Kapazität von 470 Megawatt und gehört eigentlich bis zum 31. Oktober zur sogenannten „strategischen Reserve“ in Belgien. Normalerweise sollte das Kraftwerk ab dem 1. November wieder Elektrizität für den Markt in unserem Land prozuzieren.

Doch jetzt teilte EDF Luminus mit, „alles daran zu setzen, um die Rückkehr an den Markt wegen des drohenden Risiko eines Elektrizitätsengpasses etwa zwei Wochen vorzuziehen.“ Dies geschehe allerdings vorbehaltlich aller technischen Möglichkeiten, die in Testläufen durchlaufen würden.

EDF Luminus hat mit den Problemen von Engie Electrabel bezüglich der gleichzeitig stattfinden Reparaturen und Unterhaltsarbeiten in sechs von sieben Reaktoren zu tun, denn das Unternehmen besitzt jeweils 10 % der Anteile an den Reaktoren Doel 3 und 4 sowie Tihange 2 und 3.

Das bedeutet, dass EDF an den entsprechenden Kosten beteiligt wird. Ob dies auch bei diesem Unternehmen zu höheren Stromrechnungen bei den Verbrauchern führen wird, bleibt abzuwarten. 

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