25 Festnahmen im belgischen Fußballskandal

Im Zusammenhang mit dem am Mittwoch ans Tageslicht gekommenen Fußballskandal, bei dem es um Geldwäsche, Korruption, Steuerhinterziehung und Matchfixing geht, sind insgesamt 25 Personen festgenommen und verhört worden. Die belgischer Staatsanwaltschaft legt Wert auf die Feststellung, dass es sich bei allen Betroffenen um Verdächtige handelt. Niemand von den genannten Personen wurde lediglich als Zeuge angehört. 

Die Vorwürfe, die die Bundesstaatsanwaltschaft in Hasselt (Limburg) gegen die diversen Verdächtigen aus der Fußballwelt erhebt, wiegen schwer. Ins Visier genommen wurden unter anderem die teilweise extrem hohen Summen, die bei Spieler- oder Trainertransfers unter der Hand gezahlt wurden.

Diese Kommissionen sollen möglicherweise in etwa der Höhe der offiziellen Transfersummen liegen, wie einige Medien dazu schreiben. Und bedient haben sich viele Beteiligte.

Auch die Vorwürfe der Spielbeeinflussung, das sogenannte Matchfixing, haben es in sich. Hier steht der KV Mechelen im Fokus der Ermittler, denn in der Saison 2017-2018 soll „Malinwa“ versucht haben, über Spielmanipulationen den Klassenerhalt zu schaffen. Damit einher geht auch der Vorwurf der Korruption, denn hier wurden Schmiergelder verteilt und angenommen. Genützt hat dies dem heute zweitklassigen KV Mechelen nichts, denn der Traditionsverein war damals trotzdem abgestiegen. 

25 Verdächtige

Insgesamt wurden am Mittwoch 25 Personen festgenommen und verhört, auch wenn einige unter Auflagen danach wieder freigelassen wurden. Die wichtigsten Figuren in diesem Skandal sind Mogi Bayat, ex-SC Charleroi und heute der wohl mächtigste Spielermakler des Landes. Bayat hat die iranische und die französische Staatsangehörigkeit. Auch der ehemalige Fußballprofi Dejan Veljovic und dessen Frau Maria Bolgijevska wurden verhaftet. Veljovic ist ebenfalls ein wichtiger Makler und Spielermanager in Belgien. Auch der Makler Karim Mejat gehört dazu. Er gilt als rechte Hand von Mogi Bayat.

Unter den weiteren Verdächtigen ist auch der ehemalige Fußballprofi und heutige Trainer von Meister Club Brügge, Ivan Leko, und Herman Van Holsbeeck, der frühere Manager von Rekordmeister RSC Anderlecht. Van Holsbeeck ist eng mit Mogi Bayat befreundet und in seiner Zeit bei Anderlecht lief dort nichts ohne den Franko-Iraner. Im Kreise der Verdächtigen ist auch der Anwalt und ehemalige Rechtsvertreter von Anderlecht, Laurent Denis. Er wurde vor vielen Jahren in Zusammenhang mit der Matchfixing-Affäre um den Chinesen Zheyun Yé schon einmal verurteilt.

In Sachen Korruption und Matchfixing wurden auch zwei Schiedsrichter aus der ersten belgischen Liga festgenommen. Das sind Sébastien Delferière und Bart Vertenten, eigentlich Unparteiische mit hohem Ansehen. Vertenten hatte bei einem Spiel Mechelen gegen Charleroi einen Strafstoß nach einer sehr verdächtigen Schwalbe gegeben. Dumm nur, dass Charleroi-Keeper Mandana den Elfer von Mats Rits halten konnte…

Bei KV Mechelen sorgte die Verhaftungswelle für einen regelrechten Kahlschlag. Verhaftet wurden Finanzdirektor Thierry Steemans und die beiden für sportliche Belange verantwortlichen Funktionäre Olivier Somers und Stefaan Vanroy. Und auch zwei Sportjournalisten gehören dazu und zwar die beiden redaktionellen KV Mechelen-Beobachter Frank Dekeyser von der flämischen Tageszeitung Het Laaste Nieuws und David Van Den Broeck von Het Nieuwsblad. 

Viele weiter Personen im Visier der Justiz

In einem weiteren Fall, der allerdings nichts direkt mit den oben genannten Vorwürfen zu tun hat, ermittelt die Staatsanwaltschaft von Tongeren (Limburg) gegen den Spielermakler Christophe Henrotay. Dieser sorgte u.a. für den Transfer von National-Keeper Thibault Courtois von Chelsea nach Real Madrid und begleitete auch die letzten Transfers der Nationalspieler Romelu Lukaku, Youri Thielemans und Leander Dendoncker.

Dabei, so der Vorwurf, sollen den betroffenen Spielern und einem ehemaligen Geschäftsfreund Henrotays Millionensummen vorenthalten worden sein, die u.a. unter der Hand als Kommissionen geflossen sind oder die über Firmen im Ausland an der Steuer vorbei geparkt wurden, wie die flämische Tageszeitung De Morgen dazu schreibt.

Doch auch dieser Fall scheint lediglich zur Spitze des Eisbergs zu gehören. Korruption, Geldwäsche und Steuerhinterziehung, sowie das Kaufen von Schiedsrichtern und Spielern scheint weit verbreitet zu sein. 

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