Streit um Wahlwerbung in türkischer Sprache in Heusden-Zolder

In der Gemeinde Heusden-Zolder in der flämischen Provinz Limburg ist ein Streit um Wahlwerbung in türkischer Sprache entstanden. Die flämischen Sozialdemokraten der SP.A hatten dort Flyer in Türkisch verteilt, die sich an die türkische Gemeinschaft in dieser früheren Zechenstadt richteten. Doch einige dieser Zettel sind auch in Briefkästen von flämischen Familien gelandet.

Einige der Einwohner, die die türkischen SP.A-Flyer ihren Briefkasten fanden, hatten sich darüber geärgert. Nicht nur darüber, dass sie nicht lesen konnten, sondern auch, weil dies ihrer Ansicht nach ein falsches Signal in Richtung Integration sei.

Dieser Ansicht schlossen sich auch die flämischen Nationaldemokraten N-VA in Heusden-Zolder an.

Laut belgischem Gesetz ist das Verbreiten von Wahlwerbung in einer anderen Sprache als den drei Landessprachen (Niederländisch, Französisch und Deutsch) nicht verboten. Die SP.A in Heusden-Zolder verstößt also nicht gegen geltendes Recht.

Die Sozialdemokraten sind der Meinung, dass sie sich auf diesem Wege konkret und zielgerichtet an die türkischen oder türkischstämmigen Wähler wenden können. Sie verteidigen denn auch diese Vorgehensweise während des Kommunalwahlkampfs.

Heusden-Zolder ist eine der früheren Zechenstädte in der flämischen Provinz Limburg. Hier haben damals viele Türken Arbeit gefunden und bis heute sind in diesen Ortschaften große türkische Gemeinschaften entstanden, da die Nachkommen der Bergarbeiter dort blieben, weil ihre Eltern sich dort niedergelassen hatten, um ein neues Leben in Belgien zu beginnen. 

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