14. Oktober 2018: Kommunal- und Provinzwahlen in Flandern und in den anderen Landesteilen

An diesem Sonntag sind die Einwohner des belgischen Bundeslandes Flandern dazu aufgerufen, neue Gemeinderäte und neue Provinzialräte zu wählen. In Antwerpen werden zudem auch die Distrikträte neu gewählt. Gleichzeitig finden in Belgien auch die Kommunal- und Provinzwahlen in Wallonien, in der Region Brüssel-Hauptstadt und in der Deutschsprachigen Gemeinschaft statt. Nicht zu vergessen: in Belgien gilt die Wahlpflicht!

Die Wahlen in Zahlen: Rund 2,4 Millionen Flamen in insgesamt 308 Gemeinden sind dazu aufgerufen, ihre neuen Kommunal- und Provinzialräte zu wählen. Insgesamt werden 300 neue Gemeinde- oder Stadträte gewählt. Der Unterschied zwischen der Zahl der Gemeinden ist darauf zurückzuführen, dass einige Gemeinden im Laufe der vergangenen Legislaturperiode fusioniert haben.

Bei den Fusionen handelt es sich um Aalter und Knesselare (Ostflandern), Puurs und Sint-Amands (Provinz Antwerpen), Kruishoutem und Zingem (Ostflandern), Meeuwen-Gruitrode und Opglabbeek (Provinz Limburg), Neerpelt und Overpelt (ebenfalls Limburg), Deinze und Nevele (Ostflandern) sowie Lovendegem, Waarschot und Zomergem (ebenfalls Ostflandern). 

Bleistift und Papier oder Computerwahl?

Wenn die Wahlbüros in Flandern um 8 Uhr morgens geöffnet sind, dann wird in 145 Gemeinden mit Bleistift und Papier gewählt. In den anderen Gemeinden wird mit Computerwahl gearbeitet. In Flandern wurden in 1902 Wahlbüros insgesamt 6.093 Wahlkabinen aufgestellt, in denen die Wähler anonym ihre Stimme abgeben müssen. Dort, wo auf Papier gewählt wird, schließen die Wahlbüros um 13 Uhr wegen der längeren Auszählung und dort, wo per Computer abgestimmt wird, dauert die Wahl bis 15 Uhr. In der Wallonie wird übrigens wieder überall mit Bleistift und Papier gewählt. Grund dafür waren Pannen bei den letzten Wahlen in 2012, wodurch das Vertrauen in die digitale Wahl verloren gegangen ist. Eine Ausnahme bildet allerdings das deutschsprachige Ostbelgien. Hier wird mit Computer gewählt. 

Kommunen, Distrikte, Provinzen

Neben den 300 Gemeinderäten werden in Flandern auch die 9 Distrikträte der Stadt Antwerpen neu gewählt und die flämischen Vertreter für 7 Sozialhilferäte in den sechs Gemeinden mit Spracherleichterung am Brüsseler Rand und der flämischen Voeren-Region in der frankophonen Provinz Lüttich. Für die 5 Provinzialräte in Flandern - West- und Ostflandern, Antwerpen, Limburg und Flämisch-Brabant - stehen 175 Mandate zur Wahl, wozu sich 147 Kandidaten zur Wahl stellen.

Am Stichtag 26. September 2018 hatten sich 36.741 Kandidaten auf insgesamt 1.624 Listen zur Wahl gestellt. Das sind 74 mehr als bei den Wahlen im Jahr 2012. Insgesamt sind 7.398 Mandate zu vergeben, 66 weniger als 2012, als die Zahl der flämischen Gemeinden noch bei 308 lag. 

Männer und Frauen in etwa gleich vertreten

In diesem Jahr bewerben sich durchschnittlich 4,7 Kandidaten pro Sitz in einem Stadt- oder Gemeinderat. Die höchste Zahl an Kandidaten im Vergleich zu den zu vergebenden Sitzen hat Antwerpen mit 488 effektiven Kandidaten für 55 Sitze.

In Zuienkerke in Westflandern stellt sich eine Liste mit 11 Kandidaten zur Wahl. Dort sind 11 Mandate bzw. Sitze zu vergeben. Zuienkerke ist damit die Gemeinde mit den wenigsten Listen bzw. Parteien. Alle Kandidaten haben dort ihren Sitz sicher, doch gewählt wird in Zuienkerke trotzdem, denn die Wähler müssen ja auch noch auf Provinzebene ihre Stimme abgeben.

Aus den Wahlstatistiken ist auch ersichtlich, dass 49,03 % der Kandidaten Frauen sind und 50,07 % Männer. Doch nur rund ein Viertel aller Spitzenkandidaten ist hingegen weiblich. Insgesamt stellen sich in Flandern am 14. Oktober 394 Frauen als Spitzenkandidat ihrer Liste zur Wahl, was allerdings einem Anstieg um 4,36 % gegenüber 2012 entspricht.

Interessant ist auch, dass nur 0,95 % der Kandidaten nicht über die belgische Staatsangehörigkeit verfügt. Die meisten von ihnen, 0,58 %, sind Niederländer gefolgt von Italienern (0,07 %) und Deutschen (0,05 %). Nur Nicht-Belgier aus EU-Mitgliedsländern können sich bei Kommunalwahlen in Belgien zur Wahl aufstellen lassen.

Weitere Nachrichten