Sehr gute Apfelernte: Überangebot führt zu niedrigen Preisen

Die langanhaltende Trockenheit des vergangenen Sommers hat die Erwartungen einer besonders reichen Apfelernte noch übertroffen. Doch nicht nur in Belgien bzw. im belgischen Bundesland Flandern war die Apfelernte sehr groß, sondern auch im Ausland. Dies führt jetzt zu einem Überangebot und zu entsprechende niedrigen Preisen. Für die Landwirte ist dies eine Katastrophe. Bei den Birnen sieht es nicht besser aus. 

Laut Pieter Timmermans, Berater des flämischen Bauernbundes, ist diese reichhaltige Ernte mit den darauffolgenden niedrigen Preisen für die Erzeuger eine Katastrophe für den gesamten Sektor: „Ich rufe die Leute dazu auf, viele Äpfel zu essen, denn obschon die Äpfel größer sind als sonst und auch eine etwas abweichende Farbe aufweisen, sind sie dennoch von sehr guter Qualität.“

„Die Jonagold-Äpfel sind größer und auch etwas weniger schön gefärbt. Das liegt daran, dass es zu wenig Unterschied zwischen Tag- und Nachttemperaturen gegeben hat.“

Pieter Timmermans, flämischer Bauernbund

Noch etwa zwei Wochen lang werden in Flandern Äpfel geerntet, doch der Großteil der Ernte ist bereits eingeholt. Doch die Preise, die die Obstbauern derzeit für ihre Erzeugnisse bekommen, liegen deutlich unter der Kostendeckung.

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Das Volumen dieser Ernte ist denn auch nicht schlecht, so Timmermans: „Doch auch in anderen europäischen Ländern, wie in Frankreich, in Italien oder in Polen war die Apfelernte gut bis sehr gut. In Polen ist sogar die Rede von einer Rekordernte mit 4,5 Millionen Tonnen. Dadurch haben wir jetzt ein Überangebot sowohl bei Speiseäpfeln, als auch bei Industrieäpfeln.“

Trotzdem ernten die Züchter weiter, weil sie hoffen, trotzdem noch bessere Preise erzielen zu können. Bei den Birnen sieht es nicht besser aus, doch hier sind die Qualität und die Quantität nicht so gut wie sonst.

„Die Birnen sind etwas kleiner, als ihr ideales Maß. Das führt logischerweise auch zu niedrigeren Preisen.“ 

Pieter Timmermans, flämischer Bauernbund

Die Birnenernte konnte in diesen Tagen beendet werden, doch hier sind die Bedingungen ebenfalls nicht ideal. In diesem Bereich sorgten die anhaltende Trockenheit und die Hitze für eine schlechtere Qualität, so Timmermans: „Normalerweise gedeiht eine Birnenart, wie die Conférence, in unseren Breitengraden sehr gut, doch dieses Jahr mussten wir feststellen, dass diese Sorte nicht gut mit der Trockenheit umgehen konnte.“ 

Nicolas Maeterlinck

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