Bekommt Gent nach 60 Jahren wieder einen liberalen Bürgermeister?

In Gent hielt Mathias De Clercq (Foto), der Listenerste der liberalen Open VLD, eine echte Siegesrede. "Wir haben noch nie ein so beeindruckendes Wahlresultat erreicht. Dies ist ein wunderbarer Tag für unsere Stadt.“ De Clercq fordert für sich das Amt des Bürgermeisters.

Mathias De Clercq ist mit dem 26 Prozent für seine Partei Open VLD in Gent - einem Plus von 10 Prozent - deutlich zufrieden. "Was für eine unglaubliche Stadt Gent ist doch", sagte er vor Parteifreunden. "Das ist ein wunderbarer Tag. Unsere Partei erzielt ein historisches Ergebnis. Es ist klar: Die Bürger von Gent haben sich für einen liberalen Bürgermeister entschieden.“

De Clercq sieht sich selbst als neuen Bürgermeister: "Gent wird zum ersten Mal seit sechzig Jahren einen liberalen Bürgermeister haben.“

Mitte-Rechts-Koalition?

Die Genter N-VA-Listenführerin Anneleen Van Bossuyt will zusammen mit der liberalen Open VLD und der christdemokratischen CD&V eine Mitte-Rechts-Koalition in Gent bilden. Derzeit bildet das Kartell SP.A-Groen zusammen mit Open VLD die Mehrheit. "Ich möchte Mathias De Clercq auffordern, den Schritt zu wagen und seine Verantwortung als Bürgermeister zu übernehmen", sagt Van Bossuyt.

Die aktuelle Koalition von Sozialisten, Grünen und Liberalen hat in Gent keine Mehrheit mehr.

„Die Menschen in Gent wollen Veränderungen. Mathias hat eine schönes Wahlergebnis erzielt.. Es ist logisch, dass er Bürgermeister wird", sagte sie. Mathematisch ist es nach den aktuellen Zahlen möglich, eine Mitte-Rechts-Koalition aus Open VLD, CD&V und N-VA zu bilden.

Aber CD&V hat über Mieke Van Hecke bereits den Preis für den Beitritt zu einer solchen Koalition erhöht. So möchte die CD&V beispielsweise den Verkehrsplan, der die Genter Innenstadt in den vergangenen Monaten autofrei machte, anpassen, ihn aber keinesfalls abschaffen, wie von der N-VA vorgeschlagen. "Es ist noch zu früh, um den Inhalt des Abkommens zu diskutieren", meinte Van Bossuyt hierzu.

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