Brüssel: Ecolo-Groen großer Gewinner, PS bleibt aber größte Partei

In den 19 Brüsseler Gemeinden sieht es ganz danach aus, als legten die Grünen, Ecolo-Groen, überall stark zu. Verschiedenerorts haben die Grünen um gut 10 Prozentpunkte hinzugewonnen. Die N-VA hat keine guten Karten in Brüssel. In keiner einzigen Gemeinde in Brüssel schafft die N-VA den Durchbruch. Die französischsprachigen Sozialdemokraten von der PS haben in mehreren Gemeinden Stimmen verloren. Die Partei bleibt aber die größte in der Stadt Brüssel. In Sint-Jans-Molenbeek sieht es ganz danach aus, dass die Liste von Catherine Moureaux, die Tochter des ehemaligen Bürgermeisters, zulegt, während die LB der amtierenden Bürgermeisterin Françoise Schepmans Stimmen verliert.

Der große Sieger der Wahl in der Stadt Brüssel ist eindeutig Ecolo-Groen. Dieser Trend setzt sich auch in der Gemeinde Sint-Pieters-Woluwe durch. Auch hier haben die Grünen ersten Berechnungen zufolge gut 10 Prozent zugelegt. Eine Zunahme für Ecolo-Groen wird überdies jeweils in Ukkel, Sint-Agatha-Berchem, Schaarbeek und Etterbeek verzeichnet.

Der einzige grüne Bürgermeister in Brüssel, Olivier Deleuze, in Watermaal-Bosvoorde wird für seine umweltfreundliche Politik belohnt: Er gewinnt 12,6 Prozentpunkte hinzu und hat nun 36,2 Prozent. In Elsene (Ixelles) werden die Grünen die größte Partei. Mit knapp 10 Prozentpunkten mehr liegt Ecolo-Groen vorerst bei 33,2 Prozent. Und auch im Stadtteil Vorst schneidet Ecolo-Groen sehr gut ab und gewinnt gut sieben Prozentpunkte hinzu.

PS bleibt größte Partei

Die französischsprachigen Sozialdemokraten von der PS haben in den letzten sechs Jahren drei verschiedene Bürgermeister im Rathaus der Stadt Brüssel ein- und ausgehen sehen: Freddy Thelemans ging in Rente und Yvan Mayeur musste wegen des Samusocial-Skandals zurücktreten. Das zerrt an den Ergebnissen, aber die PS bleibt vorläufig die größte Partei.

Kein Durchbruch für die N-VA

Bei den niederländischsprachigen Kandidaten waren alle Augen auf die flämischen Regionalisten von der N-VA gerichtet, doch die liegen mit ihrem Programm in der Multikultistadt Brüssel offenbar daneben. Sie haben ersten Berechnungen zufolge knapp ein Prozent verloren.

Verschiedene Umfragen hatten der N-VA in den Brüsseler Gemeinden eine Zunahme der Stimmen von bis zu 6 Prozent prophezeit. Doch das scheint der Partei nicht gelungen zu sein.  In der Stadt Brüssel erzielen die flämischen Regionalisten/Nationalisten 3,2 Prozent.

Auch in Sint-Jans-Molenbeek muss die N-VA einen Prozentpunkt abgeben.

In Schaarbeek, in der Heimatgemeinde der N-VA-Untervorsitzenden Cieltje Van Achter, wird die N-VA wahrscheinlich 2,8 Prozent erzielen: Das ist ein Gewinn von kaum 0,6 Prozentpunkten. Auch in Ukkel werden sie bei 2,1 Prozent landen. Einen leichten Verlust erleidet die N-VA zudem in  Anderlecht: 4,4 Prozent holt die Partei dort. Das ist ein Verlust von 0,7 Prozent.

Die N-VA erzielt allerdings gute Ergebnisse in Sint-Agatha-Berchem. In dieser Gemeinde hat die Partei 7,1 Prozent. Das ist genauso viel wie vor sechs Jahren. Sint-Agatha-Berchem ist eine Gemeinde mit vielen niederländischsprachigen Bürgern, aber die N-VA verlor dort nach einem internen Streit den Spitzenpolitiker Luc Demullier.

In der Gemeinde Ganshoren legt die N-VA hingegen zu. Dort erzielt die Partei 6,7 Prozent, eine Zunahme um 1,8 Prozentpunkte. Der flämische Parlamentarier Karl Vanlouwe, dem es vor sechs Jahren nicht gelang, einen Sitz zu erobern, gelingt das jetzt offenbar schon.

Und die SP.A?

Die ehemalige Stadtbeirätin Ans Persoons von den flämischen Sozialdemokraten (SP.A) wird wohl mit ihrer Liste Change.Brussels gewählt werden und holt ersten Berechnungen zufolge 3,9 Prozent. Es ist das erste Mal, dass sich die SP.A ohne die PS in der Stadt Brüssel aufstellen ließ.

Weitere Nachrichten