Mohamed Ridouani wird Bürgermeister von Leuven: “Jeder kann seine Träume verwirklichen“

Nach 24 Jahren löst Mohamed Ridouani, ein Sohn marokkanischer Gastarbeiter, den sozialistischen Alt-Bürgermeister Louis Tobback in der Universitätsstadt ab. Vor dem gotischen Rathaus von Leuven (dt.: Löwen) kündigte der Sozialist ein Koalition mit Grünen und Christdemokraten an. 

Ridouani’s Partei SP.A verlor zwar Stimmen, blieb aber die größte, und Ridouani erhielt mehr als 10.000 Vorzugsstimmen. Die bisherige Koalition von Sozialisten und Christdemokraten hatte nach den heutigen Wahlen keine Mehrheit mehr und deshalb entschloss er sich – wie im Wahlkampf angekündigt – die Grünen (Groen) in die Koalition einzuladen. Die Grünen verbesserten sich in Leuven deutlich um drei Sitze.

Kurz nach 21 Uhr, zwischen Rathaus und Peterskirche, kündigten Ridouani, David Dessers (Grün) und Carl Devlies (CD&V), ihre neue Koalition an. Das war auch ohne Christdemokraten möglich gewesen, aber dann wäre die Mehrheit knapper ausgefallen.

„Unabhängig von deiner Herkunft kannst du deine Träume wahr werden lassen“

Ridouani teilte „stolz" mit, dass SP.A, Groen und CD&V "bereit sind, ein neues Kapitel in Leuven zu schreiben. Die Leuvener haben sich für ein positives Projekt entschieden", erklärte Ridouani. "Ein verbindendes, fortschrittliches Projekt, mit dem wir Leuven in Europa auf die Landkarte bringen werden.“

"Das ist einer der schönsten Momente meines Lebens", fuhr Ridouani fort. "Wenn jemand mit meiner Abstammung Bürgermeister in dieser Uni-Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern werden kann, dann ist das ein sehr starkes Signal. Ich habe nie einen Punkt wegen meiner Herkunft gemacht, aber das ist ein Zeichen der Hoffnung. Unabhängig von deiner Herkunft kannst du deine Träume wahr werden lassen, und darauf bin ich sehr stolz. Die Stadt kann jetzt ruhig schlafen, Löwen ist in guten Händen.“

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