Afrikanische Schweinepest: Behörden lockern die Maßnahmen

Im Kampf gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest hat das Landwirtschaftsministerium der Wallonischen Region die strengen Maßnahmen etwas gelockert. Das 63.000 Hektar große Sperrgebiet in der betroffenen Provinz Luxemburg ist in drei Zonen aufgeteilt worden, in denen die Auflagen unterschiedlich gehandhabt werden. Inzwischen aber wird die Sorge der Behörden im nahegelegenen Frankreich größer. Dort wollen Jäger und Landwirte einen Zaun ziehen.

Im jetzt etwa 12.500 Hektar großen Kerngebiet der Afrikanischen Schweinepest in der Nähe von Bastogne sind die Auflagen wie ein Jagd- und Wanderverbot oder auch eine Untersagung der Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Liegenschaften am strengsten.

Dort wird auch weiter aktiv nach Wildschweinkadavern gesucht, um über Analysen festzustellen, ob die Tiere an ASP verendet sind. Im äußeren Sperrring sind das Betreten oder die Bewirtschaftung mit entsprechender Genehmigung an Tage wieder möglich.

Die jetzt geltenden Maßnahmen wurden nach Angaben des wallonischen Landwirtschaftsministeriums mit der EU-Kommission abgesprochen und sollen zunächst bis zum 14. November gelten. Seit Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest vor rund einem Monat sind 79 mit ASP infizierte Wildschweinkadaver in der Provinz Luxemburg entdeckt worden. Alle an der Seuche verendeten Tiere wurden innerhalb der Sperrzone gefunden. 

Plötzlich große Sorgen in benachbarten Frankreich

Jäger und Bauern in Grenznähe in Frankreich haben am Wochenende auf Eigeninitiative damit begonnen, einen etwa 30 km langen Zaun entlang der Grenze zu dem Sperrgebiet zu spannen (Foto unten). Dieser Zaun soll sogar unter Strom gesetzt werden. Damit soll vermieden werden, dass eventuell ASP-infizierte Windschweine nach Frankreich gelangen.

Doch nicht nur Jäger und Landwirte in Frankreich sind beunruhigt, sondern auch die Behörden in verschiedenen nahen Departements. Das betrifft in erster Linie die Departements Meuse, Meurthe-et-Moselle und Ardennes. Dort wollen die jeweiligen Präfekten die Maßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest eher noch verstärken. In Meurthe-et-Moselle denkt man offenbar ebenfalls über einen Zaun nach. 

Grenzüberschreitende Gespräche

Trotz der Tatsache, dass es in Frankreich noch keinen einzigen Fall von ASP gegeben hat, gilt dort ein Jagdverbot, ein Bewegungsverbot in bestimmten Waldgebieten, ein Verbot, Holz zu transportieren und in über 120 Gemeinden müssen die Schweinezüchter die Zäune um ihre Wiesen verdoppeln.

Aus dem Kabinett von Walloniens Agrarminister René Collin (CDH) verlautete, dass inzwischen Gespräche mit den Behörden in den Nachbarländern Frankreich und Luxemburg laufen und dass alles, was dort passiert, direkt mit der EU-Kommission besprochen werde. 

Weitere Nachrichten