In 73 flämischen Kommunen wurden absolute Mehrheiten erreicht

In insgesamt 73 von insgesamt 300 Städten und Gemeinden (inkl. Fusionsgemeinden) im belgischen Bundesland Flandern haben lokale Parteien eine absolute Mehrheit bei den Kommunalwahlen erreicht. Nicht selten haben Parteien oder Listen, die schon seit Jahrzehnten das politische Heft in ihren Händen haben, ihren Status bestätigt. Manchmal gelang es neuen Listen oder Kartellen aber auch, gerade solche Parteien aus dem Sattel zu heben. Eine Übersicht über die Kommunen, in denen komfortable Mehrheiten die lokalen Geschicke leiten können. 

Kommunal gesehen sind die flämischen Christdemokraten CD&V sehr gut verankert und auf Gemeindeebene sind und bleiben sie eine echte Volkspartei. So ist es nicht verwunderlich, dass gerade diese Partei einiges an absoluten Mehrheiten bei den Kommunalwahlen von Sonntag behalten konnten. 

West- und Ostflandern

Alleine in der Provinz Westflandern konnte die CD&V 10 absolute Mehrheiten erzielen: Nieuwpoort, Alveringem, Damme, Jabbeke, Wevelgem, Oostkamp, Wingene, Lichtervelde, Lendelede und Waregem. In Küstenort Middelkerke bei Ostende konnte der ehemalige Judotrainer Jean-Marie Dedecker mit seiner eigenen populistischen Liste eine absolute Mehrheit erzielen und das Bürgermeisteramt mit 66 Jahren übernehmen. In Bredene, ebenfalls an der belgischen Küste, haben die Sozialdemokraten SP.A mit dem erst 30 Jahre alten amtierenden Bürgermeister 15 der 25 Sitze im Gemeinderat geholt.

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In Ostflandern bleibt die Gemeinde Brakel fest in der Hand der liberalen Open VLD, bzw. der liberalen Politikerdynastie De Croo. Jahrzehnte lang war Vater Herman De Croo hier Bürgermeister. Jetzt holte dessen Sohn Alexander (Foto oben), Staatssekretär in der belgischen Bundesregierung, mit der Open VLD dort 15 von 23 möglichen Sitzen. Auch in Wortegem-Petegem, in Moerbeke und in Lochchristi bleiben die flämischen Liberalen mit einer absoluten Mehrheit an der Macht. In den beiden Fusionsgemeinden Aalter mit Knesselare und Kruisem, aus Kruishoutem und Zingem entstanden, holen die Christdemokraten der CD&V gleich bei den ersten entsprechenden Kommunalwahlen die absolute Mehrheit. In Aalter wird nach wie vor nichts ohne Bürgermeister und Staatssekretär Pieter De Crem unternommen…

Flämisch-Brabant und Limburg

Auch in Flämisch-Brabant bleibt die CD&V regional mit einigen absoluten Mehrheiten eine feste Größe. Dies ist zum Beispiel der Fall im Pajottenland und im Hagelland, zwei sehr beschauliche und ländliche Gegenden in dieser Provinz. In Steenokkerzeel, einer Gemeinde in unmittelbarer Nachbarschaft des Brussels Airport, bleibt Bürgermeister Kurt Ryon (Foto unten) mit seinem Kartell KLAVER/N-VA weiter Bürgermeister. Dieses Mal holte das Kartell 14 von 23 Sitzen. Bürgermeister Ryon punktet in seiner Gemeinde regelmäßig mit politischen Aktionen gegen eine eventuelle Ausbreitung des Flughafens, was sich bei diesen Kommunalwahlen weiter ausgezählt hat.

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Bleiben wir auch in der Provinz Limburg bei der CD&V, denn dort gab es aus dem Stand absolute Mehrheiten in den neuen Fusionsgemeinden Pelt (Overpelt und Neerpelt) und Oudsbergen (Meeuwen-Gruitrode und Opglabbeek). Auch in vier weiteren limburgischen Gemeinden bleiben die Christdemokraten mit einer absoluten Mehrheit am Ruder: Riemst, Kinrooi, Peer und Halen.

Antwerpen

In der Provinz Antwerpen gehörend die meisten absoluten Mehrheiten den konservativen Parteien N-VA und CD&V. Die Nationaldemokraten erzielten solche Mehrheiten in Gemeinden, in denen die N-VA Spitzenkandidaten stellte oder andere führende Politiker auf prominenten Listenplätzen aufführten: Brasschaat mit Bundesinnenminister Jan Jambon (Foto unten), Edegem mit Flanderns Arbeits- und Sportminister Philippe Muyters oder Aartselaar mit der flämischen Landtagsabgeordneten Sophie De Wit. Doch auch in Schoten kann die N-VA ohne Koalitionspartner arbeiten.

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In südlicheren Gefilden der Provinz Antwerpen, z.B. im Kempenland, ist auf dieser Ebene die CD&V besser aufgestellt. Sie kann in folgenden Städten oder Gemeinden alleine regieren: In der Fusionsgemeinde Puurs-Sint-Amands, wo früher Bundesarbeits- und Wirtschaftsminister Kris Peeters lebte, in Kalmthout, in Wuustwezel, in Ravels und in Zandhoven.

Eine absolute Ausnahme in dieser Hinsicht ist in der Provinz Antwerpen die Zentrumsstadt Mechelen in der die Stadtliste von Bürgermeister Bart Somers 25 von 43 Sitzen holte. Somers‘ liberale Open VLD bildet dort ein Kartell mit den Grünen von Groen und mit M+, einer Gruppierung unabhängiger Politiker. 

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