Kommunalwahlen in Wallonien: Magnette holt die meisten Vorzugsstimmen, ansonsten überrollt dunkelrote Welle Wallonien

Der bekannte sozialdemokratische Politiker Paul Magnette (PS, Charleroi) hat die meisten Vorzugsstimmen bei diesen Kommunalwahlen vom Sonntag in Wallonien erhalten. Er konnte 22.475 Stimmen hinter sich bringen. Was sonst noch auffällt: Die drei traditionellen Parteien, die sozialdemokratische PS, die liberale MR und die christdemokratische CDH, verlieren an Boden. Doch die PS bleibt die stärkste Partei in den großen Städten, trotz teilweiser enormer Verluste. Das ist der Fall in Lüttich, Charleroi und Mons. Der Verlust der einen bedeutet einen Gewinn der anderen, das heißt, der Grünen von Ecolo und der ultralinken PTB.

Die linksextreme Partei der Arbeit PTB hat in gewissen Städten um mehr als 10 Prozent zugelegt. In den 16 Gemeinden der Wallonie (16 von 262), in denen die PTB angetreten ist, war sie erfolgreich. Wallonien hat also sehr links gewählt.

In La Louvière und Charleroi ist die PTB die zweitstärkste politische Kraft, hinter der PS. Sie überholt die liberale MR. Das ist auch der Fall in Herstal in der Provinz Lüttich, der Gemeinde des Sozialdemokraten Frédéric Daerden. Dort hat die PTB ihr bestes Ergebnis (24%) erzielt. Allerdings wird die PTB in Wallonien trotz ihrer guten Ergebnisse wahrscheinlich nirgendwo regieren.

Auch die französischsprachige grüne Partei Ecolo konnte zahlreiche Wähler überzeugen, allerdings ohne ein Bürgermeisteramt einfordern zu können. So werden die Grünen zum Beispiel in Tournai gemeinsam mit einem PS-Bürgermeister regieren.

Für die liberale MR, die als einzige französischsprachige Partei in der belgischen Mitte-rechts-Regierung sitzt, bedeuten die Ergebnisse im Hinblick auf die belgischen Parlamentswahlen im Frühjahr 2019 keine guten Nachrichten.

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Ein PTB-Demonstrant, der gegen die Rentenpläne der Regierung demonstriert (02.10.2018) Belga

Namur: CDH, Ecolo und MR behalten die Mehrheit

Es sieht ganz danach aus, dass die heutige Koalition aus Christdemokraten, Ecolo und MR in Namur fortgesetzt wird.  Die CDH bleibt dort vorläufig mit sechzehn Sitzen die größte Partei der Stadt und Maxime Prévot wird wohl weiterhin das Bürgermeisteramt inne haben.

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