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Provinzialwahlen in Flandern: Die N-VA wird zur stärksten Kraft

Bekanntlich halten die flämischen Nationaldemokraten N-VA nicht mehr viel von der Provinzebene. Bei den Provinzialwahlen, die am Sonntag gleichzeitig mit den Kommunalwahlen stattfanden, gewann die N-VA deutlich mehr Sitze auf dieser Ebene hinzu. Die christdemokratische CD&V, die an der Provinzebene festhalten will, muss hier Federn lassen. Traditionell war die CD&V gerade auf dieser Ebene stets gut aufgestellt.

Die N-VA hat die Provinzialwahlen im belgischen Bundesland Flandern ganz klar gewonnen. Nur in den Provinzen Limburg und Westflandern blieben die Christdemokraten stark. Das bedeutet, dass sich hier teilweise völlig neue Koalitionen bilden werden und werden müssen.

In der Provinz Antwerpen holte die N-VA 32,8 % der Stimmen auf Provinzebene, gefolgt von der CD&V mit 15,4 %. Die Grünen von Groen wurden hier die drittstärkste Partei. Hier könnte es zu einer Koalition zwischen N-VA und CD&V kommen, die damit auf ihren dritten Partner SP.A verzichten. Die Sozialdemokraten verloren hier am Sonntag über 4 % ihres Stimmenanteils

Auch in Flämisch-Brabant braucht die N-VA trotz leichter Verluste kaum Konkurrenz zu befürchten. Hier holten die Nationaldemokraten 25,3 % der Stimmen. CD&V, die liberale Open VLD und Groen folgen hier auf den Plätzen mit jeweils zwischen 15 und 17 % Stimmenanteil. Auch hier verliert die SP.A an Boden.

In Westflandern ist die CD&V, wie auch schon auf kommunaler Ebene, in der Provinz immer stark aufgestellt. Das ist mit den jetzt erreichten 25,8 % der Stimmen auch jetzt wieder der Fall. Die N-VA ist hier mit 19,5 % zweitstärkste Kraft. Beide Parteien haben allerdings einige Stimmen verloren. Gewinner der Provinzialwahlen in Westflandern sind Groen und der rechtsradikale Vlaams Belang, der mit 14,1 % seinen Stimmenanteil quasi verdoppeln konnte.

Auch in Ostflandern verliert die N-VA einige Stimmen, bleibt jedoch stärkste Kraft. Hier überholte die liberale Opel VLD die CD&V. Groen kletterte auf 12,7 % und konnte sich gemeinsam mit der N-VA auf ein (bisher noch) inhaltliches Abkommen einigen.

In Limburg ist die CD&V mit 25,2 % die größte Partei, gefolgt von der N-VA mit 21,5 %. Hier kündigt sich eine neue Provinzmehrheit zwischen CD&V, N-VA und Open VLD an, also eine Koalition ohne die sozialistische SP.A, die hier jahrzehntelang das Ruder in der Hand hatte. 

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