Eurostat: Einer von fünf Belgiern lebt in Armut

Etwa 20 Prozent aller Belgier lebt in Armut. Das geht aus Zahlen von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, hervor, die an diesem Dienstag veröffentlicht wurden. Anlass ist der Welttag zur Überwindung der Armut am 17. Oktober.

Auffallend ist, dass 13,5 Prozent der Belgier zwischen 0 und 59 Jahren in einer Familie mit niedriger Erwerbstätigkeit wohnt, das heißt in einer Familie, in der nicht oder so gut wie nicht gearbeitet wird. Damit schneidet Belgien schlechter als der europäische Durchschnitt von 9,3 Prozent ab.

Im Jahr 2017 war 22,5 Prozent der Bevölkerung in der EU von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Nachdem der Anteil der Personen in der EU, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind, zwischen den Jahren 2009 und 2012 dreimal in Folge gestiegen war und fast 25% erreicht hatte, ist er seither stetig gesunken, heißt es bei Eurostat.

Auch in Belgien hat die Zahl der in Armut lebenden Personen abgenommen von 20,8 Prozent (2008) auf 20,3 Prozent im letzten Jahr. Hier schneidet Belgien also etwas besser als der EU-Durchschnitt ab. Doch einige Nachbarn können es offenbar noch besser: In den Niederlanden beträgt der Anteil 17 Prozent, in Frankreich 17,1 Prozent und in Deutschland 19 Prozent.

Eine Person, die in Armut lebt, ist von mindestens einer der folgenden Situationen betroffen:  Sie ist nach Zahlung von Sozialleistungen von Armut bedroht (Einkommensarmut), sie leidet unter erheblicher materieller Deprivation oder lebt in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbstätigkeit.

 In letzterer Kategorie schneidet Belgien also auffallend schlechter (13,5 Prozen) als der europäische Durchschnitt (9,3 procent) ab. Nur in Irland (18,2 Prozent) und Griechenland (15,6 Prozent) ist die Situation diesbezüglich noch heikler. In Belgien handelt es sich zudem auch noch um eine Zunahme gegenüber 2008. Damals lag der Anteil bei 11,7 Prozent.

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