Belgien: Blitzmarathon noch bis Donnerstagfrüh um 6 Uhr

Bereits zum 10. Mal findet in Belgien landesweit ein sogenannter Blitzmarathon statt, bei dem die Polizei verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durchführt. Seit Mittwochmorgen um 6 Uhr in der Frühe laufen diese Kontrollen, die insgesamt 24 Stunden dauern. Das Besondere ist dieses Mal, dass die Bürger unseres Landes der Polizei Vorschläge machen konnten, so geblitzt werden soll.

Letztes Jahr hatte die Polizei belgienweit rund 1,3 Millionen Temposünder bei Blitzmarathons erwischen können. Und beim letzten Blitzmarathon Mitte April gingen wieder rund 35.000 Raser ins Netz.

Doch die Statistiken in Belgien stellen eines klar: in 30 % der Fälle gelten überhöhte Geschwindigkeiten als direkte Ursache für Verkehrsunfälle mit Todesfolge.

Da Prävention ohne regelmäßige Kontrolle offenbar zu nichts führt, die viele Bleifüße auch in Belgien beratungsresistent und unbelehrbar bleiben, müssen Staat, Verkehrsbehörden und Polizei eben regelmäßig repressiv auftreten.

Verärgerte Polizisten

Eigentlich hatten die Polizeigewerkschaften in Belgien geplant, diesen Blitzmarathon zu boykottieren, denn ihrer Ansicht nach ändert die Politik nichts am weiter akuten Personalmangel bei der Polizei und auch die Verschlechterung des Beamtenstatuts wollen die Polizisten nicht einfach so hinnehmen.

Doch die „Auftragslage“ der Polizei ist in diesen Tagen sehr groß und in Brüssel findet gerade der Gipfel zwischen den Regierungschefs der EU und einigen asiatischen Länder, der sogenannte ASEM-Gipfel, statt. Hier ist der Einsatz der Polizei deutlich gefordert und auch der Blitzmarathon bleibt für die Polizisten weiter wichtig.

Und doch geht der Ärger der Polizei auch an diesem Mittwoch in Belgien nicht spurlos vorbei. An diesem Morgen hat sich eine ungewöhnlich hohe Zahl an Polizisten schlicht und einfach krank gemeldet… 

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