Gemeindewahlen vom 14. Oktober: Analyse und Trends

Zwei Forscher an der Universität von Hasselt haben die Ergebnisse der landesweiten Gemeinderatswahlen von vor vier Tagen analysiert. Sofie Hennau und Johan Ackaert entdecken mehrere Trends.

Die flämischen Sozialdemokraten (SP.A) haben ihre Position als typische Städtepartei verloren

Die Sozialdemokraten sind die eigentlichen Verlierer der Kommunalwahlen, insbesondere in den Städten (Orte mit über 37.500 Einwohnern). Im Vergleich zu 2012 ist die Partei von durchschnittlich 25,2 % auf 17,3 % gesunken. „Vor sechs Jahren konnte sie sich noch ohne Weiteres in städtischen Gebieten behaupten, aber diese Position ist sie jetzt los“, so Sofie Hennau.

Auch die flämischen Christdemokraten verlieren in den Städten an Zulauf (von 21,2 % in 2012 auf 18,1 % in 2018). Nur die flämischen Nationalisten klettern in den Städten auf über 20 %, wo sie sich als neue Stadtpartei etabliert haben.

In kleineren Gemeinden und in ländlichen Gebieten kann sich die N-VA nicht wirklich durchsetzen. Dort behält die CD&V ihre starke Verankerung mit einem durchschnittlichen Ergebnis von 35,5 %.

Auch die flämischen Liberalen von Open VLD erzielen mit durchschnittlich 26 % gute Ergebnisse in ländlichen Gemeinden.

Die wahren Gewinner sind dort aber lokale Listen, auf denen starke lokale Persönlichkeiten kandidieren

Parteien, die an der Macht sind, werden im Allgemeinen häufiger für ihre Arbeit belohnt als Oppositionsparteien

Nachdem die flämischen Nationalisten 2012 erstmals massiv in die lokalen Strukturen aufgerückt waren, erwartete die Partei gespannt auf die Wahlergebnisse. Die N-VA gehörte als Mehrheitspartei auf jeden Fall zu den Gewinnern.

Bei den Grünen lohnte sich sechs Jahre Opposition mehr, um bei diesen Kommunalwahlen zuzulegen (96 %), als sechs Jahre mitregieren (80 %).

Wahlsieger sind die Rechtsextremen, die Grünen und ... die Liberalen

Als Wahlsieger sehen die beiden Forscher in erster Linie die flämischen Rechtsextremisten und die Grünen.

Vlaams Belang kletterte von 7,4 % auf 10,5 %. Groen verbesserte sich von 8,8 % auf 13,3 %. Erstere legten insbesondere in Ost- und Westflandern zu. Letztere konnten hauptsächlich die Wähler in Flämisch-Brabant und in Westflandern überzeugen.

Eine Partei, deren erfolgreiches Abschneiden in den letzten Tagen fast unbemerkt vorüber ging, war die Open VLD. Die Liberalen legten in mehr als der Hälfte der Gemeinden, in denen sie kandidierten, zu. Der Anstieg war besonders in Westflandern und Limburg zu bemerken.

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