Der international renommierte Künstler Wim Delvoye riskiert Geldstrafe in Höhe von 600.000 €

Der 53-jährige Künstler (Foto), der in Gent lebt und arbeitet, wird für Raumordnungs- und Umweltdelikte in seinem Schlosspark zu einer Geldstrafe von 300.000 Euro verurteilt. Der gleiche Betrag wurde am Donnerstag vor dem Berufungsgericht Gent auch  gegen sein Unternehmen beantragt. Delvoye war in erster Instanz freigesprochen worden.

Der Künstler, der sich im Jahr 2000 mit seiner Installation "Cloaca" (ein Maschine, die die menschliche Verdauung nachahmt und Kot produziert) einen Namen machte, wollte das Schloss „De Bueren“ in der Ortschaft Melle im Originalzustand restaurieren und dort einen Skulpturenpark einrichten, wollte vor Baubeginn aber die dazu erfindlichen Genehmigungen vom Ordnungsamt nicht abwarten.

Wim Delvoye und seine Firma wurden verklagt, weil sie zwischen 2008 und 2011 eine Betonplattform in der Nähe des Schlosses gebaut hatten. Beide waren erstinstanzliche freigesprochen worden, aber die Staatsanwaltschaft und das flämische Umweltamt legten Berufung ein.

Laut Staatsanwaltschaft wusste Wim Delvoye sehr wohl, dass er nicht befugt war, diese Arbeiten auszuführen und das er eine Baugenehmigung einholen musste. "Sein Verhalten war egoistisch und aggressiv", heißt es in der Begründung.

Angesichts seines hohen Einkommens macht es nach Ansicht der Staatsanwaltschaft keinen Sinn, eine Geldstrafe von 1.000 Euro zu verlangen. "Er würde uns auslachen“, und deshalb beantragt die Staatsanwaltschat eine Geldstrafe von insgesamt 600.000 Euro beansprucht. Der international renommierte und operierende flämische Künstler erhält das endgültige Urteil am 25. Oktober.

belga

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