Auf der Suche nach Stromschiffen für Belgien

Solche Stromschiffe werden heute vor allem in Entwicklungsländern eingesetzt. Doch der Energieversorger Engie Electrabel bestätigt, dass die Gruppe solche schwimmenden Kraftwerke auch hierzulande einsetzen wolle. Damit könne ein möglicher Strom-Engpass in diesem Winter in Belgien überwunden werden.

Derzeit ist nur einer von sieben Atomreaktoren in Belgien am Netz. Dadurch droht diesem Land schon ab nächstem Monat ein Strom-Engpass. Um den Engpass zu überbrücken, hat Engie Electrabel der Regierung versprochen, sich auf die Suche nach 750 Megawatt zum Aufbau einer zusätzlichen Stromreserve zu begeben. Der Strom könnte durch so genannte Stromschiffe geliefert werden, schreibt die Zeitung "De Tijd".

Stromschiffe sind schwimmende Kraftwerke. Es sind Schiffe, die Diesel- oder Gasgeneratoren an Bord haben, mit denen Strom erzeugt werden kann. Sie können vor der Küste ans örtliche Stromnetz angeschlossen werden und es mit Strom beliefern.

Sollte diese Lösung tatsächlich in Belgien umgesetzt werden und die Schiffe Belgien mit Strom versorgen, wäre es das erste Mal in Europa, dass dies geschehe, bestätigt die Sprecherin von Engie Electrabel, Hellen Smeets, gegenüber der VRT. Doch noch sei natürlich nichts entschieden. Viel hänge von den technischen Möglichkeiten ab. Die Schiffe müssen in den belgischen Häfen anlegen und ans Netz geschlossen werden können. Der Netzbetreiber Elia muss nun nachgehen, wo das möglich ist.

Das kann noch Monate dauern

Sollte eine geeignete Anlegestelle gefunden werden, werde es auf jeden Fall noch mehrere Monate dauern, bevor das erste Schiff hier sein könne.  Bis dahin ist der Strom-Engpass wahrscheinlich schon eine Tatsache oder man hat ihn bereits hinter sich. Ein definitives Urteil darüber, welcher Standort am besten sei, werde frühestens ab morgen gefällt, heißt es wiededrum beim Netzbetreiber Elia.

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