F-16-Nachfolge ist beschlossene Sache. Doch wie die Entscheidung den Bürgern vermitteln?

Die Entscheidung für den amerikanischen Kampfjet F-35 als Nachfolge der veralteten F-16 ist längst gefallen. Doch die Regierung – vor allem Premier Charles Michel – weiß noch nicht, wie sie die Entscheidung den Bürgern mitteilen soll und wie sie sie als eine "europäische Entscheidung" den Bürgern vermitteln soll, heißt es. Das geht an diesem Sonntag aus mehreren Regierungsquellen hervor.

Die belgische Regierung hatte im März 2017 die Ausschreibung für ein neues Kampfflugzeug lanciert. Anfänglich handelte es sich um einen 3,6 Milliarden Euro-Vertrag mit Unterhaltskosten in Höhe von 15 Milliarden Euro für eine Nutzungsdauer der Maschine, die auf etwa 40 Jahre geschätzt wird.

Zwei Regierungen beantworten die Anforderungen der Ausschreibung: die amerikanische Regierung mit dem F-35 Lightning II der amerikanischen Gruppe Lockheed Martin und das Vereinigte Königreich mit dem Eurofighter eines Konsortiums, bei dem Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien in den Bau und die Montage des Kampfjets einbezogen werden.

Das amerikanische Angebot galt offiziell bis zum 14. Oktober, also bis zum Tag, an dem in Belgien die Kommunalwahlen statt fanden. Wie eine vertrauliche Quelle bestätigt, sei die Deadline jedoch um zwei Wochen, also bis Ende Oktober, verlängert worden.

Nach zwei Zusammenkünften der Regierungsspitze, am 4. Oktober und vergangene Woche, verfügen die Minister nun über alle Informationen, um eine fachkundige Entscheidung zu fällen. Mehrere Regierungsquellen haben zu verstehen gegeben, dass die Wahl jedenfalls implizit auf den F-35-Kampfjet gefallen sei. "Die Regierung sucht noch nach einer Formulierung, um die Entscheidung für das amerikanische Angebot zu erklären", führten die Quellen, die nicht mit Namen genannt werden wollten, gegenüber der Presseagentur Belga aus.

Weitere Nachrichten