Abzug belgischer Soldaten aus dem Irak

Das belgische Verteidigungsministerium will seine belgischen Soldaten aus dem Irak abziehen. Es handelt sich um rund hundert Soldaten, darunter Eliteeinheiten, die gegen die Terrormiliz IS eingesetzt wurden. Die Belgier haben in den vergangenen eineinhalb Jahren mit kurdischen Einheiten und mit der irakischen Armee zusammengearbeitet.  Sie hatten ihr Einsatzgebiet u.a. bis zur Front der irakischen Stadt Mossul ausgeweitet.

Seit März 2015 sind belgische Truppen als Ausbilder und Militärberater der Elitetruppen der irakischen Armee im Einsatz. Zunächst arbeiteten die Belgier von der irakischen Hauptstadt Bagdad aus und weiteten dann ihre Trainingsmission im Nordirak aus. Sie rückten näher an die Frontlinie in kurdisches Gebiet.

Ab 2017 wurden kleine Gruppen von Eliteeinheiten in nicht allzu großer Entfernung der Front eingesetzt. Die Belgier sollten jedoch nicht direkt an der Front mitkämpfen, sondern kurdischen Kämpfern und der irakischen Armee einige Kilometer hinter der Schusslinie helfen.

Die Belgier waren unter anderem mit kleinen Drohnen zu Aufklärungszwecken ausgerüstet. Sie haben im Irak beim langen mühsamen Kampf zur Vertreibung der Islamisten aus Mossul mitgeholfen. Auch haben sie unweit der Grenze zu Syrien geholfen, das Gebiet von der IS-Herrschaft zu befreien.

Vor gut einem Jahr, nach dem Fall von Raqqa, der inoffiziellen Hauptstadt der Terrormiliz IS, scheint der IS militärisch geschlagen. Nach dem Sieg über den "Islamischen Staat" in dem Gebiet ziehen nun viele europäische Länder ihre Truppen aus dem Norden des Irak ab, darunter auch Polen und die Vereinigten Staaten. Zwar wird davon ausgegangen, dass noch immer Anhänger der Terrormiliz im Land aktiv sind und der Irak ist auch noch stets instabil, doch ist der Auftrag der belgischen Spezialeinheiten, die darin spezialisiert sind, Missionen unter besonders schwierigen Umständen auszuführen, vorerst beendet.

Der Beschluss der Belgier zum Abzug der Soldaten aus dem Irak muss jedoch noch formal von der Regierung verabschiedet werden.

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