Giftige Dämpfe in Flugzeugen: Einheitliche europäische Registrierung soll weiterhelfen

Die Untersuchung der belgischen Regierung nach schädlichen Dämpfen in Flugzeugen ist nach einem Jahr abgeschlossen worden. Doch niemand weiß wirklich, was es damit auf sich hat.

Immer wieder kommt es vor, dass Kabinenpersonal und Piloten krank werden. Ihre Krankheit geht möglicherweise auf giftige Dämpfe in Flugzeugkabinen zurück. Doch fehlen wissenschaftliche Nachweise hierfür. Die Ursache ist also weiterhin ungeklärt. 

Das belgische Gesundheitsministerium verlangt nun eine zusätzliche Untersuchung und ein europäisches Registrierungssystem. Die Gewerkschaft fordert wiederum Transparenz von den Gesellschaften.

Nach jedem so genannten „Fume Event“ an Bord, das  heißt wenn die Atemluft im Flugzeug stark verunreinigt ist, klagt das Kabinenpersonal über Übelkeit, Lähmungserscheinungen, tagelange Kopfschmerzen und extreme Müdigkeit. Ein 'Fume Event'  tritt zum Beispiel auf, wenn am Flugzeug ein Defekt vorliegt. Wenn ein Treibwerk ausfällt, strömt giftige Luft von außen in das Flugzeug. Bei 'Fume Events' entsteht manchmal Dampf oder starker Rauch, aber häufig macht sich ein 'Fume Event' auch einfach nur durch einen merkwürdigen Geruch bemerkbar. Die ehemaligen Mitarbeiter von Brussels Airlines, die als Zeugen aussagten, sind davon überzeugt, dass ihre Symptome durch giftige Dämpfe von Motoren verursacht wurden.

Gesundheitsministerin Maggie De Block (Open VLD) hatte die Föderalagentur für Berufsrisiken Fedris beauftragt, zu untersuchen, ob das so genannte ‘aerotoxische Syndrom' auf die Liste der Berufskrankheiten gesetzt werden kann. Im wissenschaftlichen Rat von Fedris wurden mehrere Toxikologie-Experten beauftragt, eine systematische Studie hierüber zu erstellen. Wichtigstes Ergebnis? Sie wissen nicht, was das Personal krank macht.

Fedris hat dem Kabinett von De Block nun geraten, ein einheitliches Registrierungssystem einzurichten. Alle Flughafengesellschaften sollen auf die gleiche Weise Zwischenfälle mit verschmutzter Luftzufuhr in ihren Flugzeugen melden. Das Personal soll nach Zwischenfällen auch systematisch ärztlich untersucht werden.

Ministerin De Block hat versprochen, den Vorschlag zur einheitlichen Registrierung der Europäischen Union vorzulegen. Belgien könnte eine Vorreiterrolle in dieser Sache einnehmen.

Bei den Fluggesellschaften ist man offenbar jedoch nicht begeistert, alle Zwischenfälle mit verunreinigter Luft in den Kabinen ihrer Maschinen zu melden und in einem solchen Registrierungssystem publik zu machen. Bis heute haben sich die Gesellschaften sogar geweigert, alle Zwischenfälle öffentlich bekannt zu geben.

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