Brüssel nähert sich superschnellem Mobilfunknetz

Die Brüsseler Regierung und die drei Telekom-Operatoren haben sich auf eine Aufweichung der Strahlungsstandards in der Region geeinigt. Heute seien diese Standards zu starr für eine Ausweitung des Hochgeschwindigkeits-Mobilfunknetzes, für den das schlichte Kürzel 5G steht. Diese Information bringen die französischsprachige Zeitung L’Echo und De Tijd an diesem Dienstag.

Der Strahlungsstandard soll im Freien von 6 Volt pro Meter auf 14,5 Volt pro Meter erhöht werden und bei 9 Volt pro Meter innerhalb der vier Wände liegen. Das bestätigte die Brüsseler Umweltministerin Céline Fremault (CDH) in einem Interview mit L'Echo. Diese Erhöhung der Strahlungswerte ermöglicht gerade so den Ausbau des 5G-Netzwerks. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Belgischen Instituts für Postdienste und Telekommunikation (BIPT) hervor.

 

"Das BIPT schlägt einen Wert zwischen 14,5 und 41,5 Volt pro Meter vor. Das erlaubt uns, an der europäischen Spitze für den Ausbau des 5G-Mobilfunks mitzuhalten.”

 

Die strengen Strahlungsvorgaben brachten der Region Brüssel in den vergangenen Jahren immer wieder Kritik ein -  wohl vor allem von Seiten der Telekomunternehmen.

 

Das BIPT sagt, dass die heutigen Vorschriften fast fünfzig Mal strenger seien als die Empfehlungen der Internationalen Kommission für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) und der Europäischen Kommission.

 

Der belgische Minister für Digitales, Alexander De Croo (Open VLD) spricht von einem „Schritt nach vorne." "Die Brüsseler Normen waren bei weitem die strengsten in  Europa und 50 Mal strenger als die Werte der Weltgesundheitsorganisation", betonte De Croo in der VRT.

 

"Brüssel ist die Hauptstadt Europas. Brüssel sollte eine der ersten Städte sein mit einem 5G-Netz und nicht eine der letzten. Ich hoffe, dass das ein guter erster Schritt ist.“

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