Stau und nochmals Stau: Wenn doch nur die Tunnel in Ordnung wären!

Der Verkehr in Richtung Brüssel und im Zentrum war für viele Autofahrer an diesem Dienstagmorgen eine Qual. Der Grund: zwei Tunnel waren geschlossen. Wer von Löwen kam, steckte auf der E40 und auf dem Leuvensesteenweg fest, weil der Reyerstunnel gesperrt war. Und wer aus der Richtung der Innenstadt kam und auf die E40 wollte, stand vor einem geschlossenen Belliard-Tunnel. Dadurch wurde irgendwie der gesamte Verkehr in Brüssel blockiert.

"Wir sind heute Morgen um 7 Uhr in Antwerpen abgefahren und jetzt ist es fast 20 Minuten nach elf. Das ist lang, nicht wahr?", beschwert sich eine Autofahrerin an diesem Morgen in Brüssel.

Das ist in der Tat lang, aber die Frau war nicht die einzige an diesem Dienstagmorgen. Stundenlange Staus hatten sich in Richtung Brüssel und im Zentrum der Stadt gebildet. Und Schuld daran waren - wie schon so oft - die Brüsseler Tunnel.

"Am Morgen entdeckten wir ein Problem mit den Kameras im Tunnel", erklärt Inge Paemen, die Sprecherin des Brüsseler Verkehrsamtes. "Der Tunnel war in der Nacht bereits wegen Bauarbeiten geschlossen. Erst bei seiner Wiedereröffnung heute morgen haben wir gesehen, dass die Kameras nicht funktionierten. Wir haben deshalb den Tunnel aus Sicherheitsgründen nicht -  wie geplant - wiedereröffnen können.“

Die Folge war ein Riesenstau und frustrierte Autofahrer. Ein Tunnel wurde erst gegen elf  Uhr wieder freigegeben. Derartige Probleme  mit Tunneln in Brüssel gibt es des öfteren.

"Das ist echt ein Verkehrsmanagement wie in der dritten Welt", schimpft eine Englisch sprechende Autofahrerin gegenüber unserem Sender VRT. "Ich weiß nicht, wo die Polizei bleibt. Sie sollten auf der Straße sein, um das Problem zu lösen. Ich weiß nicht, was genau passiert is, aber es ist nicht das erste Mal. Das passiert regelmäßig und sollte nun echt aufhören. Man kann doch wirklich mehr vom öffentlichen Dienst erwarten."

"In letzter Zeit ist der Verkehr noch schlimmer geworden, vor allem um Brüssel und Antwerpen herum", fügt ein anderer Autofahrer hinzu.

Und als wäre dieser Stau nicht genug, wurde am Morgen auch noch der Belliard-Tunnel in der Innenstadt von Brüssel gesperrt.

"Bei uns hat Murphys Gesetz heute morgen zugeschlagen, denn um halb neun  haben wir auch noch festgestellt, dass die Ventilation vom Belliard-Tunnel nicht funktionierte. Auch diesen Tunnel mussten wir schließen", verteidigt sich die Sprecherin des Brüsseler Verkehrsamtes. 

Stundenlang im Stau stehen und doch ruhig bleiben: Nicht alle können das. Lautes Hupen ertönte an diesem Morgen an vielen Kreuzungen in Brüssel. Auf die Frage an die Autofahrerin, die seit 7 Uhr unterwegs war und die das VRT-Team um 20 nach elf Uhr traf, was denn ihr Geheimrezept sei, um ruhig zu bleiben, sagt sie:  "Ich gehe in zwei Tagen in Rente! Das war wohl das letzte Mal, das ich so etwas mitgemacht habe."

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