Belgien kauft 34 amerikanische F35-Kampfjets

Die  Regierung hat sich offiziell entschieden: Sie wird die heutigen F-16-Kampfjets durch die amerikanischen F35 ersetzen. Der gesamte Entscheidungsprozess hatte sich ziemlich hingezogen. Noch an diesem Donnerstagmorgen hatten Demonstranten vor dem Amtssitz des belgischen Premiers gegen den Ankauf von neuen Kampfjets demonstriert. Die Demonstranten finden, dass man das Geld besser für andere Dinge ausgeben sollte.

Belgien wird also 34 amerikanische F35-Maschinen des Waffenherstellers Lockheed Martin kaufen. Es handelt sich um F-35 Lightning II in ihrer A Variante – für klassische Starts und Landungen. Die Regierung zieht dieses Kampfjet-Modell dem europäischen Eurofighter vor. Belgien kauft die Kampfjets aber nicht direkt beim Hersteller Lockheed Martin, sondern von den USA, von Washington, an.

„Wir haben uns für eine Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten in Form der F-35 A entschieden“, sagte Verteidigungsminister Steven Vandeput (N-VA) nach Ablauf der Sitzung der Regierungsspitze an diesem Donnerstag. Es handele sich zunächst einmal um eine Investition von 3,8 Milliarden Euro und eine Reserve von 200 Millionen für Wechselkursprovisionen. Insgesamt kosteten die amerikanischen Tarnkappen-Mehrzweckkampfflugzeuge von Lockheed Martin also rund 4 Milliarden Euro. Man sei mit 600 Millionen Euro unter den geschätzten Kosten geblieben. 

Dieses Geld, fügte Belgiens Premier Charles Michel hinzu, könne für künftige europäische Verteidigungsprojekte wie die Entwicklung eines künftigen europäischen Kampfflugzeugs ausgegeben werden. „Wir haben uns für die Zusammenarbeit im Rahmen der Nato entschieden und für eine europäische Verteidigung“, sagte Michel.

Die amerikanische Offerte habe hinsichtlich aller Kriterien am besten abgeschnitten, fügte Minister Vandeput auf der Pressekonferenz am Donnerstag hinzu.

Doch auch was den Return on Investment angehe, schneide das amerikanische Modell viel besser ab als das britische, so der Wirtschaftsminister Kris Peeters: “Das Angebot der Vereinigten Staaten stellt in Belgien Wirtschaftsaktivitäten für einen geschätzten Umsatz in Höhe von 3,6 Milliarden Euro in Aussicht.“ Beim Eurofighter würden die Rückflüsse nur bei rund 2,6 Milliarden Euro liegen, heißt es auch noch.

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