Belgische Gewerkschaften zwingen nach monatelangem Streit Ryanair in die Knie

Die Gewerkschaften in Belgien haben eine Einigung mit dem Billigflieger Ryanair  im Streit um die Anwendung von Arbeitsgesetzen gefunden. Für die belgischen Beschäftigten wird ab Ende Januar belgisches Recht gelten. Das bestätigte die christliche Gewerkschaft LBC. Der Beschluss solle sowohl für Piloten als auch für Kabinenpersonal gelten.

Bisher gilt für alle Ryanair-Beschäftigten irisches Arbeitsrecht und das ist deutlich weniger vorteilhaft, was den sozialen Schutz der Arbeitnehmer betrifft. Ab dem 31. Januar 2019 respektiert Ryanair nun das belgische Arbeitsrecht.

"Es ist ein ziemlich historisches Abkommen. Dies ist das erste Mal, dass Ryanair in Belgien ein rechtsverbindliches Dokument zu diesem Thema unterzeichnet hat", sagt Hans Elsen von der LBC. "Jetzt können wir mit den Verhandlungen über die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter beginnen.“ Die Gewerkschaften werden sich im Herbst dieses Jahres mehrmals mit der Unternehmensleitung treffen, um darüber zu verhandeln.

Das ist ein Sieg für die Gewerkschaften, denn Ryanair-Chef Michael O'Leary hatte bisher immer darauf bestanden, dass er sich nie den Gewerkschaften unterwerfen würde.

Ryanair sah sich zuletzt in einer Reihe europäischer Länder mit Problemen beim Arbeitsrecht konfrontiert. Gewerkschaften forderten unter anderem die Anwendung des jeweils nationalen Arbeitsrechts, nicht nur des irischen. Die EU-Kommission hatte Ryanair-Chef Michael O'Leary bereits aufgefordert, EU-Gesetze einzuhalten.

(c) Bram Saeys/Hollandse Hoogte

Weitere Nachrichten