Chaos am Brüsseler Flughafen: mehr als 150 Flüge gestrichen weil Gepäckabfertiger bestreikt wird

Am Brüsseler Flughafen Zaventem sind die Mitarbeiter des Gepäckabfertigers Aviapartner Donnerstagabend spontan in den Streik getreten. Am Freitagmorgen, zum Start in die Herbstferien, wurden bisher schon über 150 Flüge abgesagt. Am frühen Morgen gab es bereits lange Warteschlangen an den Check-in-Schaltern. Reisenden wird empfohlen, sich an ihre Fluggesellschaft zu wenden. 

Am Brüsseler Flughafen herrscht Chaos. Gesternabend gegen 17.30 Uhr brach ein spontaner Streik unter den Mitarbeitern des Gepäckabfertigers Aviapartner am Brüsseler Flughafen in Zaventem aus. Der Grund dafür ist ein Konflikt mit dem Management über den akuten Personalmangel. Streikbedingt wurden gestern insgesamt 53 Flüge gestrichen. Hunderte von Reisenden sahen sich gezwungen, die Nacht im Flughafen zu verbringen. Im Terminal installierte der Flughafenbetreiber Feldbetten.

Die Aktion bei Aviapartner fällt mit dem Beginn der Herbstferien in Belgien zusammen und sorgt für entsprechend große Probleme. Am Freitag werden 47.000 Passagiere auf dem Flughafen erwartet

Am Freitag wurden bereits mehr als 150 Flüge gestrichen. Dies führt zu langen Warteschlangen bei Fluggesellschaften, die mit Aviapartner zusammenarbeiten, darunter Ryanair, easyJet, British Airways und TUIfly. Brussels Airlines ist nicht betroffen. Die Airline arbeitet mit Swissport zusammen.

Die Reisenden beklagen, dass sie kaum informiert werden über den weiteren Streikverlauf. Die Gewerkschaften wollen nach eigenen Angaben ein Treffen mit der Direktion des Gepäckabfertigers abwarten. Sie fordern seit langem mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen.

Wo kann man sich informieren?

Brussels Airport, der Brüsseler Flughafen, empfiehlt den Passagieren, herauszufinden, wer der Gepäckabfertiger ihrer Fluggesellschaft ist: Aviapartner oder Swissport. Dies kann über die Website brusselsairport.be/en/lostbaggage erfolgen. Wenn Ihr Gepäck fehlt, wenden Sie sich am besten an Ihre Fluggesellschaft. Diejenigen, die heute abreisen wollen, sollten nur mit Handgepäck reisen.

TUIfly hatte heute Morgen elf Flüge am Flughafen Brüssel geplant. Sieben davon werden zu den Regionalflughäfen Charleroi und Lüttich umgeleitet, einer nach Rotterdam. Die Passagiere wurden gestern per SMS informiert und werden mit dem Bus zu anderen Flughäfen gebracht. Die vier verbleibenden Flüge, die vom Flughafen Brüssel starten, werden von TUIfly-Mitarbeitern beladen.

Verhandlungen

Um 10 Uhr waren Konsultationen zwischen den Gewerkschaften und der Unternehmensleitung geplant, die jedoch noch nicht begonnen haben. Bereits im Januar hatten die Mitarbeiter von Aviapartner die Arbeit teilweise niedergelegt. Sie protestierten gegen den akuten Personalmangel, der hohen Arbeitsbelastung und die Ausrüstung, mit der sie auf dem Rollfeld arbeiten müssen. Damals versprach das Management Maßnahmen, hielt aber nach Angaben der Mitarbeiter die Versprechen nicht ein.

"Es gibt Vereinbarungen, die seit Jahren nicht mehr eingehalten werden, die Menschen sind es leid, jedes Mal leere Versprechungen zu hören", sagt Fouad Bougrine von der liberalen Gewerkschaft ACLVB. “Die Unterbesetzung ist strukturell, die Maschinen sind nicht in Ordnung und die Sicherheit ist gefährdet. Der Spontanstreik ist ein Hilferuf der Arbeitnehmer.“

Die Gewerkschaften haben der Unternehmensleitung eine Reihe von Forderungen übergeben: "Wir warten darauf, was sie antworten wird", sagt Bougrine. "Ich hoffe, dass so schnell wie möglich eine Lösung gefunden wird. Wir wollen den Reisenden nicht treffen, der einzige Schuldige hier ist der Arbeitgeber. Er gefährdet die Sicherheit von Arbeiternehmern und Passagieren.“

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