Was lange währt wird endlich gut: Adamo beantragt belgische Staatsbürgerschaft

Adamo hat es der Zeitung ‚La Libre Belgique‘ bestätigt: Vor 15 Tagen hat er seinen Antrag auf Erlangung der belgischen Staatsangehörigkeit gestellt. Gerne hätte er während des Konzerts angekündigt,  das am kommenden Mittwoch, den 31. Oktober, im Brüsseler Bozar,  anlässlich seines 75. Geburtstages stattfinden wird, das er jetzt Belgier ist.  Aber bis dann wird die Einbürgerung wahrscheinlich noch nicht offiziell sein. 

Warum hat sich der weltberühmte Italo-Belgier nicht früher zu diesem Schritt entschieden? Das Veto, so Adamo, kam aus Italien. Das Land akzeptierte demnach nicht, dass seine Staatsangehörigen die doppelte Staatsangehörigkeit besitzen.

Eigentlich hielten bisher die meisten Belgier Adamo für einen belgischen Musiker, Liedermacher, Chanson- und Schlagersänger italienischer Herkunft. Es ist wahr, dass der Interpret von "Tombe la neige", "Inch‘Allah", "Dolce Paola" oder „Es geht eine Träne auf Reisen“ seit seinen ersten Erfolgen Anfang der sechziger Jahre mit Belgien in Verbindung gebracht wird, wo er im Alter von 4 Jahren als Gastarbeiterkind ankam.

Adamo wurde aber am 1. November 1943 in Cosimo, Sizilien, geboren. Und deshalb reist er seit Jahrzehnten mit einem italienischen Pass um die Welt. Dieses Italien, das ihm sehr am Herzen liegt, vergisst keinen seiner treuesten Botschafter. So war Salvatore Adamo noch letzten Samstag in San Remo zu Gast. Dort wurde ihm während eines Abends zum Thema Migranten der Luigi-Tenco-Preis verliehen.

Dort sang er auch einen bisher unveröffentlichten Song: „Migrant“. Damit wollte er auch gegen die drakonische Sicherheitsmaßnahmen protestieren, mit denen die italienische Regierung die illegale Einwanderung begrenzen will. „Das Lied hat eine klare Botschaft. Ich bin nicht naiv, ich weiß, dass wir nicht das ganze Elend der Welt ungeschehen machen können. Aber wir müssen uns das Leid der Flüchtlinge zu Herzen nehmen. Ich bin auch ein Migrant! Mein Vater floh vor der Armut und das sind Menschen, die vor dem Tod fliehen."

Salvatore Adamo hat nicht die Absicht, mit diesem vor zwei Jahren komponierten Lied eine politische Position einzunehmen. "Ich habe meine Lieder nie für politisch gehalten", betont er, "meine Botschaft ist humanistisch."

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