Brussels Airport: Streik geht in den dritten Tag. Jeder fünfte Flug fällt aus

Seit Donnerstagabend wird der Gepäckabfertiger Aviapartner am Brüsseler Flughafen in Zaventem bestreikt.  Das sorgt wegen des Beginns der Herbstferien für eine erhebliche Behinderung des Flugverkehrs und entsprechendes Chaos. Am Freitag fielen etwa 180 Flüge aus. Am heutigen Samstag werden mindestens 110 Flüge – jeder Fünfte – gestrichen. Brussels Airport erwartet heute 70.000 Fluggäste. Seit 10 Uhr verhandeln die Gewerkschaften wieder mit dem Management von Aviapartner.  

Heute sind 550 Flüge am Brüsseler Flughafen geplant, von denen 110 mit Sicherheit gestrichen werden. Diese Entscheidung wurde Freitagabend getroffen, so dass die betroffenen Fluggesellschaften die Möglichkeit hatten, ihre Passagiere zu informieren. Mit dieser Maßnahme sollte verhindert werden, dass Passagiere vergeblich zum Flughafen kommen. In der vergangenen Nacht mussten auch Dutzende von Passagieren am Flughafen übernachten.

Viele Reisende haben sich bereits gestern mit ihrer Fluggesellschaft in Verbindung gesetzt. Oft wurden sie aber aufgefordert sowieso zum Flughafen zu kommen, auch wenn ihr Flug annulliert wurde. So können die betroffenen Fluggesellschaften ihre Passagiere mit dem Bus zu anderen Flughäfen bringen, und sie von dort in die Ferien fliegen.

Wegen des Beginns der Herbstferien ist am Brüsseler Flughafen in Zaventem jede Menge los. Heute wird mit 70.000 Fluggästen gerechnet, morgen mit weiteren 74.000.

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Noch bis Sonntagmorgen um 6 Uhr wird gestreikt

Der Gepäckabfertiger Aviapartner wird mindestens bis morgen früh um 6 Uhr bestreikt und so lange werden bei den Fluggesellschaften, die mit dieser Firma zusammenarbeiten, keine abfliegenden Flugzeuge beladen und ankommende Flugzeuge entladen.

Bessere Arbeitsbedingungen, Aufstockung des Personals und eine verbesserte Kommunikation zwischen Geschäftsführung und Angestellten: Das fordern der Gewerkschaften von Aviapartner.

Lieveke Norga von der christlichen Gewerkschaft ACV hofft, dass heute ein Kompromiss gefunden wird, damit sich die Lage am Flughafen schnell wieder normalisieren kann. "Wir erwarten viel von der heutigen Verhandlungsrunde. Wir sind der Meinung, dass das Management gestern Abend verstanden hat, dass es ein Problem gibt und dass sie darin eine Verantwortung tragen. Sie brauchten einige Zeit, um die richtigen Vorschläge auszuarbeiten, und deshalb sehen wir dem, was sie heute vorschlagen werden, mit großem Interesse entgegen. Der wichtigste Punkt ist der strukturelle Personalmangel. Das muss sich wirklich ändern.“

Chaos

Schon am Freitag sorgte der Streik für Chaos am Brüsseler Flughafen. Hunderte Reisewillige konnten ihre Flüge nicht antreten und mussten teilweise am Flughafen übernachten. Das Chaos droht sich am Wochenende zu verschärfen. Viele Familien mit schulpflichtigen Kindern wollen am heutigen Samstag in den Herbsturlaub fliegen.

Vom Streik betroffen sind viele populäre Fluggesellschaften wie Ryanair, easyJet, British Airways und TUIfly. Eine Liste aller Fluggesellschaften, die mit Aviapartner zusammenarbeiten, ist auf der Internetseite des Flughafens zu finden. 29 Fluggesellschaften sind es insgesamt. Passagiere werden gebeten, sich bei ihrer Fluggesellschaft zu informieren, wie es um ihren gebuchten Flug steht. Brussels Airlines ist nicht betroffen. Die Airline arbeitet mit Swissport zusammen.

Am Flughafen Lüttich unterstützten am Freitag die Mitarbeiter von Aviapartner die Aktion der Brüsseler Kollegen. Auch in Lüttich kam es wegen zeitweiliger Arbeitsniederlegung teilweise zu Verzögerungen bei der Gepäckabfertigung.

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