Streik bei Aviapartner: Auch Sonntag wird am Brüsseler Flughafen jeder fünfte Flug gestrichen

Der Streik beim Gepäckabfertiger Aviapartner am Flughafen Brüssel, der am Donnerstag ausbrach, ist noch nicht zu Ende. Die Unternehmensleitung hatte gehofft, dass die Arbeit heute Morgen um 6 Uhr wieder aufgenommen werden könnte, aber die Verhandlungen mit den Gewerkschaften endeten gestern Abend ohne Ergebnis. Aufgrund des Streiks wird heute jeder fünfte Flug am Flughafen Brüssel gestrichen. Dies betrifft 150 der 550 geplanten Flüge.

Der Sozialkonflikt bei Aviapartner steckt in einer Sackgasse. Die Unternehmensleitung erklärte, sie habe konkrete Vorschläge gemacht. So sollen 30 der 78 Mitarbeiter mit Zeitverträgen einen unbefristeten Vertrag erhalten. Auch wurde eine Prämie von 250 Euro für alle Mitarbeiter angeboten, wenn der Streik sofort beendet werde.

Nach Ansicht der Gewerkschaften gehen die Vorschläge jedoch nicht weit genug. "Bei den laufenden Verhandlungen sollten sich die Positionen der Beteiligten eigentlich annähern, aber bisher hat die Unternehmensleitung diesen Eindruck noch nicht erweckt", sagte Fouad Bougrine von der liberalen Gewerkschaft ACLVB.

Erneute Verhandlungsrunde am Sonntagnachmittag

Heute Nachmittag werden sich die Gewerkschaften und die Unternehmensleitung erneut zu einem Versöhnungsgespräch treffen. Diese Verhandlungsrunde findet nicht - wie gestern - am Flughafen Brüssel in Zaventem, sondern in den Gebäuden des Beschäftigungsministeriums statt.

In den letzten Tagen wurden am Flughafen Brüssel aufgrund des Streiks bei Aviapartner bereits 550 Flüge gestrichen. Der Beginn der Herbstferien sorgt am Flughafen in Zaventem schon seit Freitag für Hochbetrieb. Auch heute werden dort 74.000 Passagiere erwartet.

Aber vorerst herrscht kein Chaos in der Abflughalle. Die meisten Passagiere haben sich auf die Situation eingestellt. Die Fluggesellschaften befördern auch weiterhin Passagiere zu anderen Flughäfen.

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