Antwerpen gehört zu den 4 Großräumen, in denen die Luftverschmutzung am größten in Europa ist

Antwerpen gehört zu den 50 Orten weltweit, deren Luftverschmutzung infolge von Stickstoffdioxiden (NO2) am höchsten ist. In Europa gehört Antwerpen sogar zu den 4 Großräumen mit der schlechtesten Luft - nach London, Paris und dem Ruhrgebiet. Das geht aus der jüngsten Untersuchung von Greenpeace auf der Grundlage von Satellitenbildern hervor. 

Die Satellitenbilder stammen von der Europäischen Weltraumorganisation ESA und sind Grundlage für die neue interaktive Weltkarte. Diese interaktive Online-Weltkarte, die Experten von Greenpeace entworfen haben, zeigt, wie verschmutzt Belgien ist. Belgien gehört zu den Gebieten mit der größten NO2-Luftverschmutzung weltweit. Die Karte zeigt aber vor allem auch, dass Flandern zu denen am meisten durch NO2 verschmutzten Regionen in Europa zählt. Ferner ist auf der Karte zu erkennen, dass Antwerpen gemeinsam mit unter anderem Jakarta, Neu Delhi und Paris zu den fünfzig am meisten durch Stickoxide (NO2) verschmutzten Orte der Welt zählt. Dass Antwerpen auf dieser Karte so schlecht abschneidet, liegt unter anderem am dichten Verkehr und an der Hafenindustrie.

„Brüssel ist rot eingezeichnet, aber Antwerpen ist noch roter aufgrund der Kombination von Hafen, Petrochemie und Verkehr“, heißt es bei Greenpeace. Die große Zahl an Dieselautos und das dichte Straßennetz in den Städten und vor allem in Antwerpen spielten eine große Rolle. Das gehe aus einem Vergleich zwischen dem Wochen- und dem Wochenendverkehr in unter anderen den Städten Antwerpen, Brüssel und Gent hervor. Der Vergleich zeige, dass am Wochenende sehr viel weniger NO2-Verschmutzung gemessen werde, weil dann der Verkehr viel geringer sei.  

Eine der Hauptquellen für Stickoxide in der Atmosphäre sind Abgase, die bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe frei kommen. NO2 ist der Hauptgrund für 75.000 vorzeitige Todesfälle im Jahr in der Europäischen Union und führt zur Bildung von Feinstaub und Ozon. Das sind zwei Stoffe, die eine große Gefahr für die Gesundheit bergen.

Die Bürger können die Karte online konsultieren. Die Bilder liefern den Fachleuten außergewöhnlich detaillierte Informationen über  Verschmutzungsquellen. Experten aus der ganzen Welt versammeln sich in dieser Woche auf dem ersten internationalen Gipfel zur Luftverschmutzung, den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf organisiert hat.

Greenpeace will, dass dringend etwas gegen Stickoxide unternommen wird, weil diese die Gesundheit unter anderem von Kindern stark gefährden.

Die interaktive Karte

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