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Stiftung Warentest hat Sammelklage gegen Facebook eingeleitet

Die Verbraucherorganisation Stiftung Warentest (NL: ‘Test Aankoop’) hat an diesem Montag Klage gegen Facebook eingeleitet. Im vergangenen März hatte sich herausgestellt, dass Facebook Privatdaten von Personen nutzte, auch wenn diese nicht explizit ihre Zustimmung hierzu gaben.

Der Sammelklage vor dem Handelsgericht in Brüssel haben sich schon 34.000 Facebook-Nutzer angeschlossen. Test Aankoop fordert einen Schadensersatz in Höhe von 200 Euro pro Person.

Facebook sagt, dass die belgische Justiz in diesem Fall gar nicht befugt sei, sondern die irische. Dort ist die europäische Facebook-Filiale nämlich ansässig.

Im März war bekannt geworden, dass sich die britische Firma Cambridge Analytica unerlaubt Zugang zu Daten von Millionen Facebook-Profilen verschafft hatte. Die Facebook-Nutzer hätten nichts von der Datenspeicherung gewusst und seien schon gar nicht damit einverstanden gewesen, sagt Simon November, der Sprecher von Test Aankoop. "Seit 2014 wurden auf diese Weise mehr als 50 Millionen Nutzer getäuscht." Facebook habe gegen den Datenschutz verstoßen, da es nicht über die Nutzung der Daten informiert und keine Erlaubnis dazu eingeholt habe.

Gemeinsam mit Italien, Spanien und Portugal hatte Test Aankoop deshalb Facebook ein Mahnschreiben zugesandt. Darin wollte Test Aankoop wissen, welche Maßnahmen das Unternehmen, zur Wiedergutmachung der Schäden unternehmen wolle und wie Facebook künftig die Verbraucherrechte garantieren könne.

Da auf das Schreiben keine Reaktion erfolgte, stellte Test Aankoop am 25. Juni einen Antrag auf Sammelklage beim Handelsgericht. Die Klage wurde an diesem Montag eingeleitet. Mit einem Urteil über die Zulässigkeit der Klage kann frühestens Ende 2019 gerechnet werden.

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