Rehabilitation für belgischen Astronomen: Das Hubble-Gesetz wird zum Hubble-Lemâitre-Gesetz

In einer Abstimmung haben die Mitglieder der International Astronomical Union (IAU) einer Anregung zugestimmt, nach der das Hubble-Gesetz in Zukunft Hubble-Lemâitre-Gesetz heißt. Von den rund 11.000 Mitgliedern der IAU nahmen 4.060 an einer entsprechenden Abstimmung teil, von denen 78 % diesem Schritt zustimmten. Die Idee dazu wurde im August beim IAU-Kongress in Wien vorgelegt und bis zum 26. Oktober um Mitternacht musste abgestimmt werden. 

Mit Hilfe der sogenannten Rotverschiebung entdeckten der amerikanische Astrophysiker Edwin Hubble (1889-1953) und der belgische Astronom Georges Lemâitre (1894-1966) eine Regelmäßigkeit in der Bewegung der Galaxien. Sie fanden unabhängig voneinander heraus, dass sich die Galaxien umso schneller entfernen, je weiter sie von uns weg sind.

Die beiden Astronomen entdeckten damit die beständige Ausdehnung des Universums, doch in der Geschichtsschreibung tauchte bisher nur der Name Edwin Hubbles offiziell auf. Georges Lemâitre war der erste Wissenschaftler, der eine Studie zu diesem Thema veröffentlichte und er war es, der als erster einen Versuch startete, eine Berechnung anzustellen, die später als Hubble-Konstante um die Welt ging.

Allerdings verfasste Georges Lemâitre, der auch Theologe und Priester war seine Schriften seinerzeit in Französisch und auch nur in Fachblättern, die kaum außerhalb des frankophonen Raums in Europa gelesen wurden. Deshalb verfiel die Ehre der entsprechenden Namensgebung der diesbezüglichen Entdeckung ausschließlich auf den viel mehr gelesenen amerikanischen Astronomen Edwin Hubble, obschon dieser erst zwei Jahre später mit seinen Entdeckungen an die Öffentlichkeit gegangen war. Heute gilt Lemâitre übrigens auch als Begründer der Urknalltheorie. 

Weitere Nachrichten