Ende des Streiks bei Aviapartner: Einigung zwischen Gewerkschaften und Direktion

Beim Gepäckabfertiger Aviapartner am Brussels Airport ist nach 6 Tagen Streik ein Vorabkommen zwischen der Direktion und den Gewerkschaften erzielt worden, dem die Mitarbeiter am Vormittag zugestimmt haben. Im Wesentlichen hat Aviapartner die Anstellung zusätzlicher Arbeitskräfte und bessere Arbeitsverträge zugesagt. Die ersten Kollegen nahmen bereits ihre Arbeit wieder auf.

Noch müssen für den Montagvormittag einzelne Flüge wegen des Streiks bei Aviapartner abgesagt werden, doch bis in die Nachmittagsstunden hinein soll sich die Lage wieder entspannen. Im Laufe des Donnerstags wird von einer Normalisierung der Lage ausgegangen. Man habe die ganze Nacht über verhandelt, hieß es aus Gewerkschaftskreisen in Zaventem.

Doch erst als sich Vertreter der Europa-Direktion von Aviapartner mit an den Verhandlungstisch gesetzt hätten, sei es zu der Einigung gekommen. Erst dann sei es zu konkreten inhaltlichen Gesprächen gekommen, so eine Gewerkschaftssprecherin am frühen Mittwochmorgen. 

Abstimmung

Im Laufe des Vormittags wurde das in der Nacht erzielte Vorabkommen der Basis der Gewerkschaften zur Abstimmung vorgelegt, die es umgehend angenommen haben und die erste Schicht sei schon wieder an die Arbeit gegangen, meldete der VRT-Sender Radio 1 am Morgen. Allerdings musste noch jeder sechste Flug ab Zaventem abgesagt werden, da die Gepäckabfertigung noch nicht rundläuft.

In den vergangenen 6 Tagen mussten am Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem hunderte Flüge gecancelt werden, weil die Beschäftigten des Gepäckabfertigers Aviapartner einmal mehr ihre Arbeit aufgrund von schlechten Arbeitsbedingungen niedergelegt hatten. 

Zusagen und Entgegenkommen

Aviapartner wird jetzt mit einem neuen Anwerbungsplan versuchen, so schnell wie möglich die rund 50 offenen Stellen in der Gepäckabfertigung zu besetzen. Dies werden die Gewerkschaften aus nächster Nähe beobachten und begleiten.

Zudem sagte Aviapartner zu, dass einige Mitarbeiter deutlich bessere Verträge bekommen. 47 Zeitarbeitskräfte sollen sukzessive einen festen Arbeitsvertrag bekommen und weitere 17 Kollegen erhalten einen Vertrag mit deutlich besseren Bedingungen. Das Abkommen umfasste insgesamt 36 Punkte, darunter auch die Forderung nach Investitionen in die Infrastruktur bei Aviapartner in Brüssel. Eigentlich wurden fast alle Forderungen der Gewerkschaften erfüllt.

Bei den Gewerkschaften hieß es dazu, dass alle Arbeitnehmer nur darauf warten würden, wieder an die Arbeit zu gehen. Im Allgemeinen wird das Abkommen als ein Schritt in die richtige Richtung bewertet. Wie das angeschlagene und hoch verschuldete Unternehmen Aviapartner dies allerdings auf Dauer finanziell stemmen kann, ist eine andere Frage. 

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