Umstritten: Belgiens Zugschaffner sollen Badges mit ihrem Namen tragen

Die Zugschaffner in Belgien sollen ab dem 1. November einen Badge tragen, auf dem ihr Name erkenntlich ist. Das bedeutet, dass sowohl der Nachname, als auch der erste Buchstabe des Vornamens für die Bahnreisenden zu lesen sein wird. Doch angesichts der zunehmenden Aggressivität auch in den Zügen in Belgien, befürchten die Schaffner Probleme für ihr Privatleben.

Ab dem 1. November will die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB Verwaltungsstrafen nach Fehlverhalten der Schaffner ausschreiben. Das bedeutet, dass klagende Fahrgäste wissen sollen, welcher Schaffner sich etwas in seinem Berufsalltag zuschulden kommen ließ. Über die neuen Badges sind die Schaffner in Zukunft leichter zu identifizieren.

Bei den Gewerkschaften der Eisenbahner ist diese Maßnahme der Bahndirektion deutlich ein Schritt in die falsche Richtung, wie ein Gewerkschaftsvertreter gegenüber VRT NWS deutlich machte: „Das Bahnpersonal ist immer öfter Opfer von Aggressivität. Wir fühlen jetzt, dass dies auch unser Privatleben betrifft. Reisende können und jetzt auch online angreifen.“ 

Die Schaffner bekommen alles ab

Aggressivität in Belgiens Zügen ist nicht selten auch eine Folge der häufigen Verspätungen und der mangelnden Information für die Reisenden von Seiten der Bahn. Die Schaffner sind die ersten und oft auch die einzigen direkten Ansprechpartner für erboste Fahrgäste. Sie bekommen einfach jeden Ärger direkt ab. Das dies auch in der Gegenwehr zu Aggressionen führen kann, darf eigentlich nicht sein, liegt aber auf der Hand.

Die Eisenbahnergewerkschaften sind der Ansicht, dass man mit den Schaffnern und deren Privatleben so umgehen soll, wie auch mit den Polizisten. Diese tragen eine erkennbare Nummer zur Identifikation an ihren Uniformen, doch deren Namen bleiben außen vor. Mit einer solchen Vorgehensweise würde sich auch das fahrende Personal in den belgischen Zügen anfreunden können, doch sogar bnei Bundesinnenminister Jan Jambon (N-VA) fanden die Schaffner in dieser Hinsicht kein Gehör. 

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