Mit Weißem Marsch für bessere Opferhilfe in Belgien

In Aalst wird am 9. November ein Weißer Marsch durch die Stadt ziehen. Genau an dem Tag vor 33 Jahren wurde der Anschlag auf eine Delhaize-Filiale in Aalst verübt. Dabei wurden acht Menschen getötet.

"Wir wollen, dass sich etwas bei der Opferhilfe in diesem Land verändert und das nicht nur für die Opfer der Killerbande von Brabant (NL: "Bende van Nijvel"), sondern auch für die Opfer von Dutroux, von Zaventem und Maalbeek. Für alle Opfer", betont David Van de Steen, der seine Eltern und Schwester bei dem Überfall auf die Delhaize-Filiale verlor.

Die Initiative des Marsches wurde nach der Première des Films "Niet Schieten" (DE: „Nicht schießen“) von Stijn Coninx genommen. Er hat das Leben von Van de Steen und seinem Großvater verfilmt. Es werde ein stiller Marsch für die Opfer von Terror und Schwerverbrechen, gegen die Justiz, die versagt und gegen Vertuschungen, gegen die mangelnde Opferhilfe", so der Veranstalter des Marsches, Michel Markey.

"Hinsichtlich der Ermittlungen zur Killerbande mache ich mir wenig Illusionen", sagt Van de Steen. "Das einzige, was wir noch ändern können, ist die Opferhilfe. Da gibt es fast nichts für die Opfer der Killerbande, für diejenigen von Dutroux, von den Anschlägen auf Zaventem und Maalbeek. Wenn wieder etwas passiert, wird das für die neuen Opfer das gleiche werden. In das System muss ein bisschen mehr Menschlichkeit. Heute ist das ein Labyrinth von ‘Papierakten' und das Ganze muss transparenter werden."

Unter den Teilnehmern des Marsches wird auch Jean Lambrechts sein, dessen Tochter Eefje durch Marc Dutroux ermordet wurde sowie ein Opferverband der Terroranschläge vom 22. März 2016. Der Weiße Marsch beginnt um 20 Uhr auf dem Marktplatz von Aalst und wird vor der Delhaize-Filiale auf der Parklaan inne halten.

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