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Britischer Pensionsfonds: ArcelorMittal findet Käufer für einige Lütticher Stahlaktivitäten

Der internationale Stahlkonzern ArcelorMittal hat mit dem britischen Pensionsfonds Liberty House einen Käufer für einige Bereiche seiner Aktivitäten im Lütticher Montanbecken gefunden. Doch diese Übernahme sorgt für Unruhe bei den Gewerkschaften. Sie hätten lieber gesehen, dass das deutsche Stahlunternehmen Salzgitter die zum Verkauf stehenden Bereiche übernommen hätte. 

ArcelorMittal musst sich auf Drängen der EU-Wettbewerbskommission von einigen Bereichen seiner Stahlaktivitäten in Lüttich trennen. Nach der Übernahme des italienischen Unternehmens Ilva habe ArcelorMittal in einigen Bereichen dieses Sektors ein faktisches Monopol. Das betrifft das Subunternehmen Ferblatil in Tilleur und die beiden Galvanisierungslinien 4 und 5 in Flémalle.

Nach Ansicht der Gewerkschaften der Stahlarbeiter in Lüttich ist der britischen Pensionsfonds Liberty House möglicherweise nicht in der Lage, ausreichend Garantien vorlegen zu können, um die Aktivitäten in Tilleur und Flémalle am Laufen zu halten. Schließlich habe sich die Private Equity-Sparte dieses Fonds in der jüngeren Vergangenheit an einigen Übernahmen von in Konkurs befindlichen oder bereits geschlossenen Unternehmen verhoben.

Noch haben die Gewerkschaften bei ArcelorMittal im Lütticher Raum keine Einblicke in eventuelle Businesspläne oder in Strategien für Sozialverhandlungen gehabt. Erst in der kommenden Woche soll eine außergewöhnliche Betriebsratsversammlung Aufschluss geben.

Die Gewerkschaften haben immer eine Übernahme durch Salzgitter bevorzugt. Um das Angebot auf die zum Verkauf stehenden Bereiche vorzubereiten, seien mehrmals Techniker aus Deutschland in den betroffenen Werken gewesen, um diese zu analysieren, hieß es dazu. Von Liberty House habe es nur einen einzigen Besuch gegeben. Die Gewerkschaften hoffen, dass die EU-Kommission die Übernahme genau überprüfen wird. 

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