Sander Loones wird Belgiens neuer Verteidigungsminister

Der Europaabgeordnete Sander Loones (Foto) von den flämischen Nationaldemokraten N-VA wird ab Mitte November das Amt des belgischen Verteidigungsministers übernehmen. Damit wird ein enger Vertrauter von N-VA-Parteichef Bart De Wever Nachfolger von Steven Vandeput, der ab dem 1. Januar 2019 Bürgermeister der Provinzhauptstadt von Limburg, Hasselt, wird.

Das Steven Vandeput die belgische Bundespolitik verlassen würde, war seit den Kommunalwahlen am 14. Oktober klar, denn er konnte eine Mehrheit in seiner Heimatstadt Hasselt bilden, wo er als Spitzenkandidat seiner Partei N-VA um das Amt des Bürgermeisters gekämpft hatte. Vandeput wird die belgische Bundesregierung bereits Mitte November verlassen. Dann wird der erst 39 Jahre alte bisherige EU-Abgeordnete und De Wever-Vertraute Sander Loones dessen Amt als Verteidigungsminister übernehmen.

Loones mag noch relativ jung sein und er wird das jüngste Mitglied der belgischen Mitte-Rechts-Regierung um Premierminister Charles Michel (MR), doch er hat schon einige Erfahrung und er genießt das Vertrauen seiner Partei, deren Vizevorsitzender er übrigens ist.

Sander Loones wird die bisherige Linie seines Vorgängers wohl weiterführen: „Ich sehe, dass Steven (Vandeput (A.d.R.)) dafür gesorgt hat, dass die Armee wieder modern und schlagkräftig ist. Es ist eine Ehre und eine Herausforderung, um seine Arbeit fortzuführen.“

„Sander ist ein echter Westflame, ein Arbeiter, der mit wenig Show und viel Inhalt.“

N-VA-Parteichef Bart De Wever

Parteichef Bart De Wever, der Loones für die Vandeput-Nachfolge vorgeschlagen hatte, ist voll des Lobes über seinen politischen Zögling: „Sander ist ein echter Westflame, ein Arbeiter, der mit wenig Show und viel Inhalt. Bei der Regierungsbildung 2014 war er im Hintergrund einer unserer wichtigsten Verhandlungsführer und als nationaler Vizevorsitzender verfolgt er die Arbeit der Regierung auf dem Fuß. Er ist der geeignete Mann, um die Arbeit von Steven Vandeput fortzusetzen.“

Allerdings gab Loones am Freitagabend zu, dass es ihm nicht unbedingt leicht gefallen ist, seine Funktion als Europaabgeordneter aufzugeben: „Die internationale europäische Politik war in den letzten Jahren enorm relevant und interessant.“ Die Arbeit werde als Verteidigungsminister aber nicht minder spannend, so Loones, denn auch hier verdiente die internationale Zusammenarbeit alle Aufmerksamkeit. Loones gab an, dass seine in der EU gesammelten Erfahrungen in seinem neuen Amt durchaus wichtig sind und sein werden. 

„Das war eine notwendige Investition auch für unsere Glaubwürdigkeit gegenüber unseren internationalen Partnern.“

Neu-Verteidigungsminister Sander Loones zur F-35-Entscheidung

Loones muss jetzt auch die Nachfolge der altgedienten F-16-Kampfbomber organisieren. Vor einigen Tagen hatte die belgische Bundesregierung entschieden, das US-Kampfflugzeug F-35 zu kaufen: „Das war eine notwendige Investition auch für unsere Glaubwürdigkeit gegenüber unseren internationalen Partnern und das ist die Krönung der Arbeit von Steven Vandeput.“

Den Sitz Lonnes‘ im EU-Parlament übernimmt jetzt der 28 Jahre alte Ralph Packet, der bisherige Vorsitzende der Jung-N-VA. Beide Politiker behalten ihre Ämter bis zu den im Mai 2019 stattfindenden Parlaments- Regional- und Europawahlen. 

Weitere Nachrichten