Ausweise in Flandern: Einwohner der neuen Fusionsgemeinden haben offiziell neue Adressen

Die rund 200.000 Einwohner der verschiedenen neuen Fusionsgemeinden im belgischen Bundesland Flandern müssen sich Ab dem Jahreswechsel in ihre Rat- oder Gemeindehäuser begeben, um dort ihre elektronischen Ausweise, auch ID-Karte genannt, anpassen zu lassen. Die Privacy-Behörde der belgischen Regierung ist der Ansicht, dass es sich dabei um eine Anpassung der Adressangaben handelt. Die Betroffenen haben allerdings ein Jahr Zeit, dies zu tun. 

Die in diesem Jahr vereinbarten Gemeindefusionen in Flandern treten am 1. Januar 2019 in Kraft. Das bedeutet, dass z.B. die Einwohner von Opglabbeek in der Provinz Limburg nicht mehr in Opglabbeek wohnen, sondern in der durch die Fusion mit Meeuwen-Gruitrode entstandenen neuen Gemeinde Oudsbergen.

Der Vorgang impliziert den Fakt, dass die Betroffenen ab dann eine neue Adresse haben, auch wenn sie nicht umgezogen sind.

Verwaltungstechnisch müssen sie also auch ihre Adresse auf dem Chip ihrer elektronischen Ausweise anpassen lassen. Die Einwohner dieser Gemeinden haben ein Jahr lang Zeit, diesen Vorgang vornehmen zu lassen. Die staatliche belgische Privacy-Kommission ist der Ansicht, dass dieser Vorgang unerlässlich ist.

Mit Umständen verbunden

Der Vorgang ist quasi lediglich ein kleiner elektronischer Eingriff, der nicht bedeutet, dass die Bürger eine neue ID-Karte (oder eine ID-Kids-Karte für ihre Kinder) beantragen müssen.

Das einzige Problem, das dabei aufgetaucht ist, betrifft die Gemeindeverwaltungen selbst. Sie müssen die Änderungen an den Melde- und Bevölkerungsämtern selbst und per Hand eingeben. Das wissen die betroffenen Kommunen selbst aber erst seit einigen Wochen.

Die Fusionen sind Sache des belgischen Bundeslandes Flandern also auch des dafür zuständigen Landesinnenministeriums. Identitätskarten aber sind Materie des belgischen Föderalstaates, doch für die Bundesbehörden scheinen die flämischen Gemeindefusionen keine Priorität zu haben…..

Einige Dinge, die eine Adressenändern erforderlich machen, bleiben aber eine Aufgabe der betroffenen Bürger selbst. Das ist das gleiche, wie bei einem Umzug. Familie und Freunde, den Verein, die Bank und die Versicherung, den Telekomanbieter, Schulen der Kinder und den Arbeitgeber, Arzt und Apotheke sowie eventuell Notare, Anwälte, den Tierarzt oder Läden und Geschäfte, in denen man Kunde ist, müssen die Betroffenen schon selbst informieren. 

Grafik: Die neuen Fusionsgemeinden in Flandern

Weitere Nachrichten