Belgien ist eine Drehscheibe im illegalen Handel mit exotischen Tieren und Pflanzen

Ein aktueller Bericht der internationalen Naturschutzorganisation WWF bestätigt, was eine VRT-Reportage zum Thema „Bushmeat“ vor einigen Wochen bereits ans Tageslicht brachte: Belgien ist eine Drehscheibe im illegalen Handel mit wilden Tieren, exotischen Pflanzen und Produkten, die aus geschützten Tieren und Pflanzen hergestellt werden.

Der WWF beruft sich in seinem Bericht auf Studien der NGO „TRAFFIC“, die sich seit Jahren mit der Aufdeckung von entsprechenden Fällen beschäftigt. WWF und „TRAFFIC“ nutzten in ihren Studien die Ergebnisse von Recherchen aus dem Zeitraum 2007 bis 2016.

Laut WWF-Bericht spielt die Europäische Union regional eine zentrale Rolle in diesem illegalen Handel. Die Länder der EU sind sowohl Absatzmarkt, als auch Schmuggel- und Transportroute. Und hier nimmt Belgien als zentral gelegenes EU-Land ebenfalls eine wichtige Rolle ein. Das liegt unter anderem an der guten Lage des Brüsseler Nationalflughafens in Zaventem, der ja bekanntlich eine wichtige Drehscheibe in der internationalen Luftfahrt ist und auch am Hafen von Antwerpen.

Zudem scheint Belgien eine wichtige Rolle im Schmuggel von illegalen Produkten, die von Reptilien stammen zu sein: Krokodilfleisch von Nilkrokodilen, Modeartikel aus Schlangenhaut uvm. Und innerhalb der Europäischen Union ist Belgien auch eines der wichtigsten Länder in Sachen Import von Tropenholz, wie Teakholz aus Afrika und Einfuhr von Heilmitteln, die aus exotischen und geschützten Pflanzen stammen, wie z.B. bestimmte Kirschen aus Afrika.

In den vergangenen Jahren wurden in Belgien sehr oft Produkte, lebende und tote Tiere sowie medizinische Mittel aus exotischen Pflanzen oder auch Elfenbein und Seepferdchen sichergestellt. All diese Produkte, Pflanzen und Tiere stehen auf der CITES-Liste. Das ist eine Liste der Vereinten Nationen, die bedrohte Flora und Fauna erfasst und inventarisiert. Es ist weltweit verboten, mit Tieren oder Pflanzen, bzw. mit Produkten, die aus diesen Tieren und Pflanzen hergestellt werden, zu handeln und auch nur diese zu besitzen.

Der WWF stellt seinen Bericht auch im belgischen Bundesparlament vor und erinnert daran, dass dieser illegale Handel ein Grund für den weltweiten Rückgang der Biodiversität ist. Der WWF hofft, dass dieses Thema einen Weg auf die politische Tagesordnung auch in unserem Land finden kann. 

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