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Rentenreform und „Schwere Berufe“: Regierung, Arbeitgeber und Gewerkschaften uneins

Gewerkschaften und Arbeitgeber können sich nicht auf eine gemeinsame Form der Anerkennung der „schweren Berufe“ einigen. Dabei geht es im Rahmen der Rentenreform darum, welche Arbeitnehmer noch ein Recht darauf haben sollen, früher in Rente zu gehen. An den vier von der belgischen Bundesregierung vorgeschlagenen Kriterien zu diesem Begriff scheiden sich aber die Geister bei den Sozialpartnern.

Die belgische Regierung hatte vier Kriterien vorgeschlagen, über die der Begriff „schwere Berufe“ definiert werden soll. Beschäftigte, die in solch einem „schweren Beruf“ tätig sind, sollen die Möglichkeit haben, früher in Rente zu gehen. Doch wie soll dieser Begriff eindeutig festgelegt werden? Daran scheiden sich die Geister.

Die Regierungekriterien, über die Gewerkschaften und Arbeitgeber zu befinden hatten und haben, lauten: Schwere körperliche Arbeit, unregelmäßige Arbeitszeiten, gefährliche Arbeit mit hohen Risiko und Arbeit, die mit einem hohen Maße an Stress verbunden ist.

Die Regierung bat die Sozialpartner darum, aufgrund dieser Kriterien eine Liste aufzustellen, auf deren Basis man bestimmen sollte, wer in einem „schweren Beruf“ tätig ist und somit Recht auf verfrühte Pensionierung haben könnte. Doch hier fand sich kein gemeinsamer Nenner.

Die Arbeitnehmer wollen nur von „schweren Berufen“ in eingeschränktem Maße sprechen, z.B. bei Nachtarbeit. Sie befürchten, dass sonst zu viele Beschäftigte früher in Rente gehen können.

Die Gewerkschaften hingegen stellen fest, dass wesentlich mehr Berufe als „schwer“ deklariert werden müssten, denn sonst kämen zu wenige der Betroffenen für eine frühere Pensionierung in Anmerkung. Jetzt ist die Regierung selbst gefragt, eine praktikable Lösung in diesem heiklen Dossier zu finden. 

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