foto Peter Hilz (C)

Deutscher Kernenergieexperte fordert Abschaltung von Tihange

Im Europäischen Parlament hat der deutsche Kernenergieexperte Manfred Mertins die Abschaltung des Atomreaktors Tihange 1 an der belgisch-deutschen Grenze gefordert. Der Weiterbetrieb sei für Umwelt und Menschen ein nicht akzeptables Risiko.

Vergangene Woche hatte die belgische Föderalagentur für Nuklearkontrolle (FANK) grünes Licht für die Wiederaufnahme des Atomreaktors gegeben.

In einem Bericht, den Manfred Mertins auf Anfrage der Grünen im Europaparlament erstellt hat, heißt es, die Anlage sei veraltet und verstoße gegen die internationalen Sicherheitsbedingungen.

„Tihange 1 ist einer der ältesten Atomreaktoren der Welt und wurde nach Sicherheitsgrundsätzen gebaut, die Anfang der 1970er galten. Die Unfälle, die seitdem auf Three Mile Island, in Tschernobyl und Fukushima passiert sind, haben gezeigt, dass eine erhebliche Verschärfung der Sicherheitsanforderungen unverzichtbar sei“, so der deutsche Experte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz im EU-Parlament.

Der 40 Jahre alte Kernreaktor im belgisch-deutschen Grenzgebiet war längere Zeit wegen Wartungsarbeiten und baulichen Mängeln außer Betrieb. Die wiederholten Pannen in Tihange haben

Mertins umschrieb die Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten in Tihange als „besonders sprunghaft“. Nachbesserungen schloss der Atomenergieexperte u. a. aus finanziellen Gründen aus. Der Bericht von Manfred Mertins wird der FANK übergeben sowie den zuständigen Behörden in Belgien und in den Nachbarländern.

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