Premiere in Flandern: Kommunistische PVDA regiert in Zelzate mit

In der flämischen Industriestadt Zelzate wird zum allerersten Mal in Belgien die kommunistische Partei PVDA (Partij van de Arbeid; dt.: Partei der Arbeit) kommunale Regierungsverantwortung übernehmen und das in einer Koalition mit der sozialdemokratischen SP.A. Die extremlinke Partei verbuchte bei den Kommunalwahlen gute Resultate, schaffte es bisher aber noch nirgendwo in eine Mehrheit.

Die SP.A. weigerte sich, mit dem derzeitigen liberalen Bürgermeister Frank Bruggeman zusammenzuarbeiten. Und die Liberalen ihrerseits weigerten sich, ihren Spitzenkandidaten aufzugeben. Jetzt einigten sich SP.A und PVDA auf eine Mehrheit. Um 15.00 Uhr werden beide Parteien weitere Informationen über den Inhalt ihrer Koalitionsvereinbarung freigeben.

In einem früheren Interview nannte sich Geert Asman, der PVDA-Chef in Zelzate, einen "vorsichtigen Revolutionär". Er lehnt aber den Ausverkauf sozialer Einrichtungen an die Privatwirtschaft ab. "Zum Beispiel wäre das Altenheim in Zelzate nie mit uns in der Koalition verkauft worden", sagte er. Er sagte auch, dass er auf die Umweltsteuer in Zelzate abschaffen wolle. "87 Prozent dieser Steuern zahlen die Bürger und nur 13 Prozent die großen Unternehmen.“

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