Enttäuschung: Der Film „Girl“ muss für den US-Markt „zensiert“ werden

Der schon jetzt hierzulande und auch international erfolgreiche Film „Girl“ des flämischen Regisseurs Lukas Dhont wird „zensiert“, um auf dem US-Markt via Netflix gezeigt werden zu können. Filmproduzent Dirk Impens zeigte sich sehr enttäuscht von dem Vorgang, gab dazu aber an, dass es kaum Verhandlungsspielraum geben würde. 

„Girl“ erzählt die Geschichte der 15 Jahre alten Lara, von einer Karriere als Primaballerina träumt. Mit Unterstützung ihres Vaters, geht die Jugendliche, die im Körper eines Jungen zur Welt kam, dieses Abenteuer ein. Lara wird meisterhaft von dem jungen flämischen Schauspieler Victor Polster (Foto unten) gespielt.

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Doch bei der Bearbeitung des Streifens für den US- und den Netflix-Markt müssen einige explizite Nacktszenen „gesäubert“ werden. Was genau angepasst werden müsse, sei noch nicht ganz deutlich, so Produzent Dirk Impens gegenüber VRT NWS. Man sei noch dabei, mit Netflix darüber zu verhandeln: „Es handelt sich dabei um 2, 3 oder maximal 4 Szenen, in denen Victor Polster nackt zu sehen ist.“

In der flämischen Tageszeitung De Morgen ist dazu die Rede von einer Fellatio-Szene. Produzent Impens geht von zwei Gründen aus, warum „Girl“ zensiert werden muss: „Als ein supersichtbares und supergroßes Unternehmen ist Netflix in einem puritanisch derart gespaltenen Land, wie die USA, zum einen sehr vorsichtig und will zum anderen nicht mit etwas identifiziert werden, dass man als Kinderporno bezeichnen kann.“ 

„Kaum Verhandlungsspielraum über die telefonbuchdicken Verträge mit Netflix“

„Girl“-Produzent Dirk Impens

Allerdings könne sich Netflix mit „Girl“ identifizieren, denn man hofft gemeinsam, mit diesem Film einen Oscar zu gewinnen, so Impens. Allerdings würde die Academy, die ihr Urteil für die Oscars abgebe, stets die Originalversion eines Films zu sehen bekommen.

Doch Netflix bestehe auf eine angepasste Version der belgischen Oscar-Einsendung und große Verhandlungsspielräume habe man nicht. Jetzt versuche man, auf menschlicher Basis dafür zu sorgen, dass „die Seele des Films nicht angetastet wird“, so der Produzent, der angab, dass Regisseur Lukas Dhont seht enttäuscht sei, doch „an den telefonbuchdicken Verträgen mit Netflix ist im Nachhinein nicht mehr viel zu ändern.“ 

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