Fehler in der Buchhaltung der Armee

Die Armee setzt die Vorräte in ihrer Buchhaltung viel zu hoch an. Drei Mal zu hoch, heißt es. Das Material wird auf drei Milliarden geschätzt, obwohl es eigentlich weniger als eine Milliarde wert zu sein scheint. So steht es im so genannten Fehlerbuch des Rechnungshofes, der die Staatsfinanzen kontrolliert. 

Es handelt sich zum Beispiel um Rüstungsmaterial, das nicht als Vorrat verbucht werden kann, sagt Hilde François, die Vorsitzende des Rechnungshofs. So verbucht die Armee feste Aktiva als Vorrat. „Ich denke dabei an ferngesteuerte Tauchboote. Manchmal sind das aber auch große Ersatzteile, die als Bestand verbucht werden, obwohl es eigentlich feste Sachanlagen sind. Ein anderer Fehler in der Buchhaltung ist zum Beispiel, dass der Ankaufspreis eingetragen wird, ohne jedoch die Wertminderung im Laufe der Jahre zu berücksichtigen“, so François in der VRT.

Die Bestände der Armee umfassen rund 314.640 verschiedene Artikel, die in 4.233 Lagern untergebracht sind. 506 Artikel davon sind aber nur etwa die Hälfte wert. Ende letzten Jahres wurden diese Bestände auf 3,1 Milliarde Euro geschätzt. Doch nach Korrekturen soll der Wert laut Rechnungshof ganze 2,3 Milliarden Euro weniger betragen.

Das Jahrbuch des Rechnungshofs hat aber auch noch eine Reihe anderer Äuffälligkeiten ans Licht gebracht. So scheint, dass seit der Gründung des Instituts  für Radioelemente (IRE) in Fleurus 1971 das bestrahlte Material so gut wie noch nie von der Anlage enfernt wurde.  Das IRE stellt medizinische Readioisotope her. Da die physische Lagergrenze erreicht ist, ist die Anwesenheit des bestrahlten Materials eine Gefahr für das Fortbestehen der Aktivitäten des Instituts. Das IRE hat deshalb spezielle Lagercontainer kaufen müssen. Die Kosten pro Container betrugen 750.000 Euro.

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