Belgiens neuer Verteidigungsminister: Antrittsbesuch bei der Truppe

Stabschef Marc Compernol hat am Mittwoch Belgiens neuen Verteidigungsminister Sander Loones (N-VA - Foto) im Hauptquartier der Armee in Evere in Brüssel empfangen. Der flämische Nationaldemokrat Loones, der in diesem Amt Nachfolger von Steven Vandeput wird, der wiederum Bürgermeister von Hasselt in Limburg wird, ist erst vor zwei Tagen vereidigt worden.

Der erste Truppenbesuch von Sander Loones beginnt schon mit ein bisschen Ungemach, denn bei den Soldaten herrscht Unzufriedenheit, nicht zuletzt wegen der auch ihnen drohenden längeren Lebensarbeitszeit im Zuge der Rentenreform in Belgien. Am Donnerstag werden Proteste dagegen erwartet. Loones versprach, schnell mit dem Militärgewerkschaften sprechen zu wollen: „Das wird eine Diskussion für die kommenden Wochen und Monate. Die Einladungen, um sich bald zusammenzusetzen, sind bereits verschickt.“

Auch in Zusammenhang mit der NATO warten auf den neuen Verteidigungsminister schwierige Zeiten. Noch vor dem Ende dieses Jahres soll unser Land der Verteidigungsallianz konkrete Pläne vorlegen, wie die Verteidigungsausgaben ab 2024 auf bis zu 2 % des Brutto-Inlandsprodukts angehoben werden können. So wie es derzeit aussieht, kann Belgien bis 2030 diese Ausgaben auf 1,3 % des BIP steigen lassen. Loones ist hier der Ansicht, dass eine kommende belgische Regierung (im Mai stehen Parlamentswahlen in unserem Land an) zusätzliche Investitionen in die Landesverteidigung in die Wege leiten müsse.

In der Frage, wie unser Land sich gegenüber den Forderungen von Präsident Macron in Frankreich und Kanzlerin Merkel in Deutschland bezüglich einer europäischen Armee verhalten soll, hielt sich Loones vornehm zurück: „Wir müssen an einer Zusammenarbeit schon von der Basis aus bauen. Aber naiv von einer europäischen Armee zu träumen, würde auf die Realität stoßen.“ 

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