Yorick Jansens

Doel 1 bleibt länger abgeschaltet: Ministerin bestellt Energie-Task-Force ein

Der Kernreaktor Doel 1 bleibt länger abgeschaltet, als zunächst geplant. Laut Kraftwerksbetreiber Engie Electrabel haben sich die Reparaturarbeiten als komplexer erwiesen, als vorausgesehen. Der Reaktor aus dem Kernkraftwerk Doel bei Antwerpen (Foto) wird voraussichtlich nicht vor Ende Januar wieder ans Netz genommen. Belgiens Energieministerin Marie-Christine Marghem (MR) ruft in diesem Zusammenhang die Energie-Task Force beisammen. 

Der Meiler Doel 1 war Ende April abgeschaltet worden, nachdem ein Leck im Kühlsystem im nuklearen Bereich der Anlage entdeckt worden war.

Ein Teilstück der betroffenen Leitung wurde inzwischen ersetzt, doch wurden im Rahmen dieser Arbeiten weitere Probleme festgestellt, die sich an einem nur schwer zu erreichenden Punkt in der Anlage befinden. Das bedeutet lauf Engie Electrabel, dass der Meiler nicht schon Mitte Dezember wieder hochgefahren werden kann, sondern frühestens im Laufe des Januars.

Die Frage lautet jetzt, wie es um den Meiler Doel 2 bestellt ist. Dieser Reaktor ist baugleich mit Doel 1 und weist möglicherweise die gleichen Probleme auf. Doel 2 ist ebenfalls wegen Reparatur- und Unterhaltsarbeiten angeschaltet und soll gegen Ende Dezember wieder ans Netz gehen.  

Die Frage lautet jetzt, wie es um den Meiler Doel 2 bestellt ist. Dieser Reaktor ist baugleich mit Doel 1 und weist möglicherweise die gleichen Probleme auf.

Möglicherweise kann der Meiler Tihange 3 aus dem gleichnamigen Kraftwerk bei Lüttich früher wieder hochgefahren werden. Dort werden Feuchtigkeitsprobleme in Betonmauern repariert. Engie Electrabel schlug jetzt vor, diese Arbeiten in einer ersten Phase auf die dringendsten Problembereiche zu beschränken und so bis auf weiteres abzukürzen. Doch dem muss das staatliche Kontrollorgan für nukleare Sicherheit, FANC, zustimmen.

Energieministerin Marghem hat in diesem Zusammenhang die Energie-Task-Force des Energiesektors zusammengerufen. Diese  Task Force setzt sich aus den wichtigsten Vertretern der Energiebranche in Belgien zusammen.

Aufgrund dieser Dringlichkeitssitzung sagte die Ministerin die für jetzt geplante Teilnahme an einer Biodiversitäts-Konferenz in Ägypten ab. Marghem gab an, die neuerlichen Probleme „zur Kenntnis zu nehmen.“ Die Sicherheit habe jetzt oberste Priorität. Doch die Ministerin stellte auch fest, „dass erneut der Betreiber im Fehler ist.“

Anfang dieser Woche war der Reaktor Tihange 1 planmäßig wieder ans Netz genommen worden. Bis dahin hatte mit Doel 3 nur einer von insgesamt 7 Kernreaktoren in Belgien Strom produzierten können.

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